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Dienstag, 7. Dezember 2010

Emotionen im Straßenverkehr

Warum werden wir hinter dem Steuer so oft "zum Tier"? Warum lassen wir unseren Emotionen im Auto freien Lauf, während wir sie ohne fahrbaren Untersatz so oft zurückhalten?

Ein Interview mit Dr. Stephan Lermer:






gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: BR

Dienstag, 23. November 2010

Gute Freunde...

...werden beim Gehirnscan sichtbar. Emotionale Nähe zu Personen regt offenbar bestimmte Hirnregionen an. Das haben Forscher der Harvard-Universität herausgefunden.

Fenna Krienen und ihre Kollegen untersuchten fast 100 Versuchsteilnehmer mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanztomografie. Die Teilnehmer sollten dabei in einem Spiel Vorhersagen über das Verhalten von zwei Personen machen: Einem real existierenden Freund und einem imaginären Fremden, der wichtige persönliche Merkmale mit dem Teilnehmer teilte. Das Hauptaugenmerk der Forscher lag dabei auf einer bestimmten Hirnregion, dem medialen präfrontalen Kortex, der für persönlich relevante Informationen zuständig ist.

Ursprünglich vermuteten die Forscher, dass der mediale präfrontale Kortex der Versuchsteilnehmer immer dann besonders aktiv werden sollte, wenn die Person im Spiel dem Teilnehmer ähnlich sei. Es zeigte sich allerdings, dass die Hirnregion dann aktiver war, wenn ein real existierender Freund mitspielte - unabhängig davon, ob der Freund dem Versuchsteilnehmer ähnlich oder unähnlich war.

Laut Krienen ist die emotionale Nähe zu Personen entscheidend dafür, wie aktiv das Hirnzentrum für persönlich relevante Informationen ist. Können wir also bald mit Hirnscans herausfinden, wer mit wem wirklich befreundet ist?



gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: dapd

Freitag, 19. November 2010

Frauen haben mehr Schuldgefühle

Damit wir Schuld gegenüber anderen fühlen, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:
  1. Wir nehmen an, dass wir in einer bestimmten Situation jemanden körperlich oder psychisch verletzt haben.
  2. Wir entwickeln Mitgefühl mit dem oder den Menschen, den/die wir verletzt haben.
  3. Wir nehmen an, dass wir die Verantwortung für die Verletzung tragen und verwandeln unser Mitgefühl in Schuld.
Interessant dabei: Die erste Voraussetzung ist relativ unabhängig von unserer Erziehung. Die reine Wahrnehmung einer körperlichen oder psychischen Verletzung ist weitgehend genetisch bestimmt. Aber die anderen beiden Voraussetzungen sind stark durch unsere Erziehung beeinflusst. Und damit veränderbar.

Genau hier setzt eine Studie der Universität des Baskenlandes an: Prof. Itziar Etxeberria und ihre Kollegen befragten 360 Personen in drei Altersgruppen (Teenager, junge Erwachsene und Erwachsene mittleren Alters) zur Häufigkeit von Schuldgefühlen. Zugleich testeten sie ihre Versuchsteilnehmer auf 'interpersonale Sensitivität', sprich: Wie gut können sich die Teilnehmer in andere Personen hineinversetzen, mitfühlen und Verantwortung zuweisen?

Dabei berichteten Frauen im Gegensatz zu Männern erheblich öfter Schuldgefühle zu haben, obwohl beide Geschlechter im Mittel gleich viele Anlässe zu Schuldgefühlen nannten. Am stärksten ausgeprägt waren die Schuldgefühle in der Gruppe der 40-50jährigen Frauen. Am schwächsten ausgeprägt waren die Schuldgefühle in der Gruppe der 25-35jährigen Männer.

Prof. Etxeberria erklärt diesen Befund als "verursacht durch unsere Erziehung, die hinsichtlich Einfühlungsvermögen und sozialer Verantwortung einfach mehr von Frauen verlangt." Sie setzt sich deshalb dafür ein, dass Bildungseinrichtungen und Familien diese Ungleichbehandlung erkennen und abbauen.

Wo auch immer diese fehlende Chancengleichheit zum Schuldbewusstsein herkommen mag - fest steht, dass es vielen Frauen in dieser Beziehung gut tun würde, von den Männern zu lernen: Die Gruppe der 25-35jährigen Männer war nämlich im Durchschnitt am glücklichsten.


gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Spanish Foundation for Science and Technology (2010, January 26). Men feel less guilt, study suggests. ScienceDaily.

Freitag, 22. Oktober 2010

Kopf verdreht

Niederländische Forscher haben einmal wieder Öl ins Feuer des "Geschlechterkampfes" gegossen.

Auf der Suche nach den Gründen für die schlechteren Ergebnisse der Männer bei Uniprüfungen stießen Johan Karremans und seine Kollegen von der Radboud Universität nämlich auf einen ebenso kuriosen wie logischen Befund.

Sie baten freiwillige Versuchsteilnehmer (männliche und weibliche) zu einem Intelligenztest. Vor dem Test sollten Sie sich kurz mit einer attraktiven Person des anderen Geschlechts unterhalten. Ihre Leistung im Test diente als Maß dafür, wie sehr sie sich von der zum Flirten einladenden Situation haben ablenken lassen.

Das Ergebnis: Unterhielten sich die männlichen Studenten zuvor mit einer attraktiven Frau, sanken ihre Leistungen deutlich ab. Frauen dagegen konnten sich dagegen auch nach dem Flirt voll auf die Aufgaben konzentrieren und machten nicht weniger Fehler. Und das, obwohl sie (wie die Männer auch) zugaben, dass sie ihren Flirtpartner attraktiv gefunden und die Situation genossen hätten.

Offensichtlich sind Männer in der Gegenwart attraktiver Frauen darum bemüht, Eindruck zu machen. Der Hormoncocktail, der in solchen Situationen automatisch ausgeschüttet wird, wirkt zusätzlich ablenkend. Oder besser: Er fokussiert die Männer auf ihre evolutionäre Verpflichtung. Auf Kosten ihrer Problemlösefähigkeit.

Die Gute Nachricht: Der Effekt ist nur vorübergehend.


gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer


http://karremans.socialpsychology.org/

Freitag, 24. September 2010

Bitte lächeln - für eine glückliche Ehe!

Fröhlichkeit, Optimismus und herzhaftes Lächeln haben nicht nur unmittelbare physiologische Auswirkungen (siehe Beitrag vom 17.4.2009), sondern auch langzeitige soziale Folgen: Durch das Lächeln von Schulabgängern kann deren späterer Erfolg in Ehe und Partnerschaft vorausgesagt werden!

Das berichten Matthew Hertenstein und seine Kollegen von der DePauw University in Greencastle, Indiana. Sie verglichen Fotos aus College-Jahrbüchern mit dem Familienstand (ledig, verheiratet, geschieden) ihrer Probanden. Das Lächeln der Versuchsteilnehmer wurde dabei auf einer zehnstufigen Skala bewertet. Ein ehrliches, glückliches Lächeln (sozusagen ein Zehn-Punkte-Lächeln) zeigt sich beispielsweise darin, dass nicht nur die Mundwinkel nach oben gezogen werden, sondern außerdem die Augen 'mitlachen': Es bilden sich kleine Lachfältchen um die Augen, weil Muskeln in der Augenregion aktiv werden, wenn wir wirklich amüsiert oder gut drauf sind.

Keiner der Probanden mit einem Zehn-Punkte-Lächeln war zum Untersuchungszeitpunkt geschieden, während fast 25% der Versuchteilnehmer, die nicht oder fast nicht lächelten bereits mindestens einmal geschieden waren!

In einer zweiten Untersuchung fragten die Forscher nach dem Familienstand von über 65-jährigen und verglichen ihre Daten mit Kindheitsfotos (durchschnittlich waren die Teilnehmer auf den Fotos 10 Jahre alt). Von den 'größten Lächlern' waren wieder nur 11% geschieden, während von den einst ernst dreinschauenden Kindern 31% später das Scheitern Ihrer Ehe durchmachten.

Die Forscher warnen allerdings davor, voreilige Schlüsse aus der Studie zu ziehen. Die Untersuchung stelle nur Vergleiche an. Sie liefere keine Belege dafür, dass Lächeln wirklich verantwortlich sei für den Erfolg einer Partnerschaft.

Matthew Hertenstein gibt allerdingszu bedenken, dass auch gesunder Menschenverstand und Logik für diese Annahme sprechen: "Lächeln zeigt eine positive Einstellung zum Leben. Außerdem zieht es andere glücklichere Leute an und diese Kombination mag zu einer größeren Wahrscheinlichkeit für eine langdauernde Ehe führen." Und weiter: "[Unsere Ergebnisse] zeigen, dass positive Emotionen unglaublich wichtig sind im Leben. Eine positive Lebenseinstellung hat viele, viele positive Auswirkungen." Obwohl sich Hertenstein nicht als 'Always-Happy-Psychologe' bezeichnet, teilt er wie viele andere die Ansicht, dass positive Verhaltensweisen wie Lächeln, ehrliche Dankbarkeit und Offenheit gegenüber anderen zum eigenen Glück beitragen. Eines lehrt uns seine Studie jedenfalls: Bei der Partnerwahl kann es sich wirklich lohnen, alte Fotos anzusehen.


gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: DePauw University - Research News

Dienstag, 7. September 2010

Seien Sie ruhig witzig!

Humor bei der Arbeit ist generell gut. Das behauptet Chris Robert, Ökonom an der University of Missouri-Columbia, nach einer umfangreichen wissenschaftlichen Analyse über die Auswirkungen von Witzen und Gelächter am Arbeitsplatz.

"Gelegentlicher Humor unter Kollegen begünstigt Kreativität, Zusammenhalt und letztlich Performance" behauptet Robert. Er und sein Kollege Wan Yan haben in ihrer Analyse Literatur aus unterschiedlichen Disziplinen integriert, um zu beweisen, dass Humor ernsthafte Folgen für die Wirtschaft haben kann. "Humor hat einen bedeutenden Einfluss in Unternehmen. Er ist weder inkompatibel mit den Unternehmenszielen, noch mit einer allgemein wettbewerbsorientierten Unternehmenskultur".

Besonderen Wert legen die Autoren der Studie auf interkulturelle Unterschiede. Robert: "Humor wird in interkulturellen Settings komplizierter. Es ist dann schwer zu unterscheiden, was witzig ist oder wann Humor angebracht ist. Einige Forscher haben vorgeschlagen, Humor dann völlig zu vermeiden. Wir lehnen das ab. Es gibt einige Grundregeln für das Verständnis, wann und welcher Humor angebracht ist.

Zunächst gilt es, eine gemeinsame persönliche Basis zu finden - nicht auf (inter-)kultureller oder sozialer Ebene, sondern ganz individuell. Die Erwartungen über den Ausgang eines Witzes müssen beispielsweise gleich sein, damit die unvorhergesehene Pointe für alle Beteiligten die gleiche unerwartete Wendung bringt.

Bei der Auswahl der Themen für Scherze sollte man im interkulturellen Fall noch vorsichtiger sein als sonst: Witze über Religion, Völker und kulturelle Werte sollten zunächst vermieden werden. Themen wie Tiere oder lustige Dinge, die Kinder sagen, sind dagegen in jeder Kultur gleich präsent, weil die Erfahrungen mit diesen Inhalten sich interkulturell kaum unterscheiden.

Humor am Arbeitsplatz verlangt also ein gewisses Maß an Sensitivität und Kenntnis einiger Grundregeln. Ein (amüsantes) Beispiel für mangelnde Sensitivität bieten beispielsweise die deutsche Serie "Stromberg" oder die amerikanische Show "The Office".


gepostet i.A. von Dr.Stephan Lermer
Quelle:
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2007-11/uom-lhi110107.php

Freitag, 6. August 2010

Unbewusste Signale für die Qualität Ihrer Partnerschaft?

Forscher der University of Rochester können mit Hilfe des sogenannten Impliziten Assoziationstests (wir berichteten in unserem Blogbeitrag vom 23. Juni 2009) herausfinden, wann eine romantische Beziehung in die Brüche geht. Beim Impliziten Assoziationstest verbindet man sehr schnell nette und bösartige Begriffe mit dem Partner.

Der Fokus der Studien lag darauf, welche Gefühle die Partner für- und gegeneinander haben. Man könnte sie nun zwar einfach fragen, ob sie glücklich miteinander seien. Allerdings ergäbe sich bei dieser Methode das Problem, dass die Probanden nicht immer ehrlich antworten, da sie sich nicht eingestehen wollen, dass sie nicht mehr glücklich sind. Deshalb die impliziten (sprich: unbewussten) Assoziationstests.

In der Studie wurden 222 freiwillige Versuchspersonen getestet, die alle in einer romantischen Beziehung steckten. Die Probanden gaben den Vornamen und zwei charakteristische Eigenschaften des Partners an. Danach wurden ihnen am PC immer paarweise Wörter aus drei Kategorien gezeigt: nette, bösartige und eben die für den Partner charakteristischen Wörter.

In der ersten Runde wurden die Versuchsteilnehmer gebeten, immer dann möglichst schnell eine Taste zu drücken, wenn sie gute und charakteristische Wörter zusammen sahen. In der zweiten Runde sollten sie drücken, wenn sie bösartige Wörter zusammen mit charakteristischen Wörtern sahen.

Die Theorie dahinter: Wer im Moment eine glückliche Partnerschaft führt, sollte bei netten Wörtern schneller reagieren als bei bösartigen. Unglückliche oder schlecht laufende Partnerschaften wären dadurch charakterisiert, dass die Partner schneller bösartige Wörter mit der Partnerschaft verbinden.

Natürlich überprüften die Wissenschaftler ihre Ergebnisse und fanden heraus, dass viele der Freiwilligen, die ihren Partnern schneller bösartige Eigenschaften als gute zuschreiben konnten, sich im Laufe des nächsten Jahres trennten. Bevor der Test Serienreife erlangt, müssen allerdings noch einige Versuche durchgeführt werden. Wir informieren Sie.



gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Rogge, RD et al. (2010). "Assessing the Seeds of Relationship Decay: Using Implicit Evaluations to Detect the Early Stages of Disillusionment. Psychological Science

Freitag, 30. Juli 2010

Wenn der Respekt fehlt - stirbt irgendwann die Liebe

Sie: "Immer lässt du überall dein Zeug rumliegen. Ich bin doch nicht deine Putzfrau!"
Er: "Stimmt. Wenn du meine Putzfrau wärst, wäre unsere Wohnung sauber."

Was hier noch schlagfertig und witzig klingt, ist in der Partnerschaft oft ein deutliches Zeichen, dass es bergab geht. Denn in seiner Aussage schwingt Verachtung mit.

Unter vielen anderen Variablen nahm John Gottmann, Eheforscher an der University of Washington, Verachtung in seine berühmte Gleichung auf, mit der er in der Lage ist, Scheidungsfälle und deren Zeitpunkt erstaunlich genau vorherzusagen. Und siehe da: Gegenseitige Verachtung erwies sich als der stärkste Prädiktor für eine misslungene Ehe!

In einer seiner Studien beobachtete Gottmann diskutierende Ehepaare 15 Minuten lang und verglich nach ein paar Jahren seine Beobachtung vom Auftreten negativer Emotionen während dieser Diskussionen mit der tatsächlichen Scheidungsrate. Registrierte er dabei bei einem Paar verachtende Kommentare und Verhaltensweisen, war die Scheidungsrate 2-3mal höher.

Höchste Zeit also, Verachtung durch Wertschätzung zu ersetzen. Wie? Durch Empathie, Perspektivenübernahme und das Senden von Ich-Botschaften. Beispiel, Er: "Ich verstehe, wenn dir der Saustall auf die Nerven geht. Wie wäre es, wenn wir eine Ecke einrichten, in der ich meine Sachen ablege, ohne dass du dich daran störst?"

Ebenfalls ratsam: Sarkasmus durch Humor ersetzen. Wie? Durch Witze, die gut ankommen, dabei aber niemandem schaden - oder höchstens auf Kosten nicht anwesender Dritter gehen. Denn Humor ist einer der stärksten Wirkfaktoren für den langfristigen Erhalt der Partnerschaft.

Schaffen Sie also eine positive und konstruktive Atmosphäre durch Wertschätzung und Humor - auch in "Streitgesprächen".



gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Liebe und Lust. Mary Hahn Verlag

Freitag, 18. Juni 2010

Zeigen Sie sich erkenntlich - Ihre Partnerschaft wird davon profitieren

"Kleine Gesten erhalten die Freundschaft" - und natürlich auch die eigene Partnerschaft. Eine Untersuchung, die kürzlich in der wissenschaftlichen Zeitschrift "Personal Relationships" veröffentlich wurde zeigt, dass kleine Freundschaftsdienste der wichtigste Faktor für Glück und Zusammenhalt sind.

Ein romantisches Dinner vorzubereiten, die Kinder mit zum Zoo zu nehmen, damit der Partner einmal Zeit für sich hat oder einfach nur dem Partner einen Kaffee machen - das alles sind kleine Dinge, die dem anderen zeigen, dass man sich um sein/ihr Wohl sorgt.

Doch freundschaftliche Gesten allein reichen natürlich nicht aus: Sie müssen als solche wahrgenommen werden, eben nicht für selbstverständlich gehalten werden und sollten weder Schuld, noch Unverständnis, noch Bedauern auslösen. Deshalb taugen Freundschaftsdienste in der Partnerschaft nur dann etwas, wenn die freundschaftliche Gesten mit echter Dankbarkeit angenommen werden. Und bei nächster Gelegenheit mit gleicher oder ähnlicher Münze zurückgezahlt - damit sich keiner schuldig fühlt, weil er/sie immer nur nimmt und nie gibt.

Die Autoren der Studie um Dr. Sara Algoe untersuchten 65 Paare über einen längeren Zeitraum. Sie interessierten sich für die kleinen alltäglichen Schwankungen in der Zufriedenheit mit der Partnerschaft. Und natürlich insbesondere dafür, wodurch diese Schwankungen ausgelöst werden. Die stärksten positiven Veränderungen wurden dabei durch die Kombination aus kleinen Gefälligkeiten und echter Dankbarkeit verursacht. Der Effekt einer solchen Kombination hielt mindestens einen Tag, manchmal sogar mehrere Tage an - bei beiden Partnern.



gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Wiley-Blackwell (2010, May 24). It's the little things: Everyday gratitude as a booster shot for romantic relationships.

Dienstag, 1. Juni 2010

Was tun bei Lampenfieber?

Letzte Woche gab unsere Eurovisions-Siegerin Lena zu, dass sie doch arg Lampenfieber habe - absolut verständlich, bedenkt man die 15.000 Zuschauer in der Halle und das Millionenpublikum vor Europas Fernsehgeräten. Kaum einer würde da nicht Lampenfieber empfinden, einen Zustand, den wir alle kennen und sehr oft erlebt haben: Vor Prüfungen, vor Auftritten, vor öffentlichen Reden.

Was ist Lampenfieber und was kann man dagegen tun? Einige Gedanken von Dr. Stephan Lermer (Quelle: BLR und Radiodienst):








gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer

Dienstag, 11. Mai 2010

Richtige Entscheidung? Zweifel? Einfach fortspülen!

Partnerwahl, Autokauf, Urlaubssuche, Börsenkurse - täglich haben wir die Qual der Wahl. Und oft genug haben wir ein mulmiges Gefühl, nachdem wir eine Entscheidung getroffen haben. Dieses Gefühl hat einen wissenschaftlichen Namen: 'Kognitive Dissonanz' (Wir berichteten im Beitrag vom 1. Juli 2009). Es entsteht immer dann, wenn wir uns zwischen mehreren im Prinzip gleichwertigen Alternativen entschieden haben und kann sehr unangenehm sein.

Forscher der University of Michigan berichten nun von einem sehr einfachen 'Rezept', um Kognitive Dissonanz teilweise zu reduzieren. Spike Lee und Norbert Schwarz fanden in ihrem Experiment, dass Händewaschen Zweifel beseitigen kann.

Lee behauptet, dass Händewaschen 'sowohl von unmoralischem Verhalten befreit, als auch von Gedanken über schwierige Entscheidungen. Zahlreiche Experimente hatten belegt, dass sich Menschen nach unmoralischen Handlungen weniger schlecht fühlen, wenn sie sich waschen - wie Shakespeare's Lady MacBeth nach dem Mord an König Duncan. Lee schreibt dem Händewaschen deshalb eine besondere emotionale Bedeutung zu: Gefühle werden duch das Reinigen eliminiert oder zumindest abgeschwächt. Ein Grund warum Sportler ihre 'Meisterschaftssocken' nicht waschen und Teenies nicht die Hände, mit denen sie Ihren 'Star' berührt haben: Die positiven Gefühle sollen länger anhalten.



gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lee, S. Science, May 7, 2010; vol 328.

Freitag, 16. April 2010

Der Schlüssel zum Glück - bei Männern und Frauen unterschiedlich (aus)geprägt

Dankbarkeit ist ein Schlüssel zum Glück. Überprüfen Sie einmal bei sich selbst, wie sich Dankbarkeit anfühlt. Wahrscheinlich kommen Sie wie die meisten Menschen zu dem Schluss, dass es sich dabei um eine Mischung aus ehrlicher Freude und Wertschätzung gegenüber jemand anderem handelt.

Damit erfüllt Dankbarkeit zwei wichtige Funktionen: Zum einen verschafft sie uns unmittelbar ein positives Gefühl. Zum anderen - sofern wir sie auch ausdrücken - verbessert sie mittelbar unser Sozialverhalten, indem sie uns zu Altruismus und anderen Formen prosozialen Verhaltens verführt. Positives soziales Verhalten ist wiederum in der Lage, Stolz und Sinngefühl hervorzurufen. Kurz: Dankbarkeit ist ein Katalysator für positive Gefühle.

Eine Studie der George Mason University in Washington D.C. zeigt nun, dass dieses Glücksrezept bei Frauen und Männern unterschiedlich ausgeprägt ist. Die Versuchsteilnehmer sollten sich an Ereignisse erinnern, bei denen sie etwas geschenkt bekommen hatten. Dabei beschrieben Frauen und Männer unterschiedliche Gefühle: Während Männer öfter von Verpflichtung und Auflagen sprachen, die mit den Geschenken verbunden wären, schätzten Frauen ihre Dankbarkeit insgesamt höher ein. Besonders stark waren die Schuldgefühle bei Männern, wenn ihnen andere Männer einen Gefallen getan hatten.

Todd Kashdan, der Leiter der Studie, führt als Grund an: "Unsere Sozialisierung als Kleinkinder wirkt sich auf unsere Emotionen im Erwachsenenalter aus. Männern wird im Allgemeinen gelehrt, ihre 'weichen' Emotionen zu unterdrücken." Weiter vermutet er: "Das könnte ihre Lebenszufriedenheit beeinträchtigen."

Kashdan zieht wie viele andere Glücksforscher aus seinen Studien eine Erkenntnis, die wir im Leben öfter berücksichtigen sollten: 'Ehrliche Dankbarkeit schadet niemandem. Nicht dem Empfänger eines Geschenkes und schon gar nicht seinem sozialen Umfeld.'



gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer

Quelle: Kashdan, TB et al. (2009). Gender Differences in Gratitude.
Journal of Personality, 77, 691-730

Freitag, 12. März 2010

Was tun gegen Morgenmuffel?

Folge 2(2). Tips für Partner einens Morgenmuffels.

Das Stichwort heißt "lassen". Behandeln Sie Ihren Partner wie ein krankes Pferd oder ein autistisches Kind (aber nur morgens). Ab etwa 10 Uhr, aber spätestens Mittags ist er wieder "normal".
Da ein Ehestreit meist die Folge einer oder mehrerer Enttäuschungen ist, meiner Ansicht nach Enttäuschungen aber nur die Folge unrealistischer Erwartungen sind, können Sie Enttäuschungen sowie Streit vermeiden, wenn Sie akzeptieren, dass Ihr Partner ein Morgenmuffel ist.
Vermeiden Sie folgende Fehler:
  • Keinesfalls morgens wichtige Themen besprechen: Wann gehen wir...
  • Sie sollten überhaupt selten "wir" sagen, da der Morgenmuffel morgens noch nicht teamfähig, also noch nicht partnerschaftsorientiert ist. Er braucht seine sämtliche Energie dafür, sich zu sortieren.
  • Keine Entscheidungen erwarten für den Tag: Was möchtest Du heute Mittag essen?
Dafür viel mehr Großherzigkeit üben: Wer sich etwas gönnt, also Geschenke, Komplimente, Liebe von anderen annimmt, tankt damit auf und kann so toleranter und großzügiger sein. Machen Sie damit Ihrem Partner den Morgen etwas süßer!
Womit Sie immer gewinnen können für sich, für Ihren Partner und gemeinsam: das ist Humor. Lernen Sie, über sich selbst zu lachen, damit lösen Sie sich und Ihren Partner von dem Anspruch, perfekt und vollkommen sein zu müssen.
Versuchen Sie morgens einmal freudig in den Spiegel zu lächeln: Sie werden feststellen, dass Ihnen ein Gesicht freudig entgegenlächelt.


gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Liebe und Lust. Mary Hahn Verlag

Dienstag, 9. März 2010

Emotionen - Grundformen menschlicher Kommunikation

Hier kommt ein kleines Quiz für Sie: Werfen Sie einen Blick auf das folgende Bild. Versuchen Sie nun, den Gesichtern die 6 menschlichen Grundemotionen zuzuordnen: Wut, Freude, Trauer, Ekel, Überraschung und Furcht.

Die Auflösung (im Uhrzeigersinn von links oben beginnend): Freude, Überraschung, Angst, Trauer, Ekel, Wut.

Studien der Forschergruppe um den US-Psychologen Paul Ekman zeigen, dass diese 6 'Basisemotionen' überall auf der Welt gleich ausgedrückt werden - ohne Ausnahme. Man nimmt deshalb an, dass Sie genetisch bedingt sind. Das Faszinierende an diesen Gesichtsausdrücken ist, dass man sie kaum verbergen kann, wenn man die dahinter liegenden Emotionen stark fühlt. Pokerspieler und Geheimagenten mögen zwar darauf trainiert sein, sich Freude, Ärger oder Angst nicht anmerken zu lassen. Aber auch sie sind nicht völlig dagegen immun, ihre Emotionen zu verbergen.

Evolutionsbiologen nehmen an, dass die Basisemotionen früher das Überleben sicherten. Sie erschienen unwillkürlich, sobald einer auf Nahrung (Freude), einen Feind (Furcht), einen Konkurrenten (Wut) oder verdorbenes Wasser (Ekel) traf. Sie zeigten damit automatisch allen Herdenmitgliedern sehr schnell, was Sache war.

Auf US-Flughäfen macht man sich die Basisemotionen inzwischen auch zunutze. Geschultes Personal sowie erste Prototypen von Computerprogrammen erkennen die Basisemotionen anhand der Gesichtszüge. Insbesondere Furcht und Wut zu erkennen, kann hier eventuell entscheidend sein.


gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer

Freitag, 5. März 2010

Was tun gegen Morgenmuffel?

Folge 1(2): Tips für den Morgenmuffel selbst:

Morgenmuffel sind meist selbst gestraft genug damit, dass sie morgens sich und die Umwelt und gar nichts mögen. Allein schon vor dem Badezimmerspiegel sagen sie sich: "Du gefällst mir zwar nicht, aber ich wasche Dich trotzdem". Das bedeutet konkret, sich etwas mehr disziplinieren und dem Partner lediglich sagen: "Ich mag noch nicht reden", dann weiß der Partner bescheid, und man hat den Respekt dem Partner gegenüber gewahrt. Weiterhin empfehle ich als konkrete Tips:
Zeitunglesen, das sortiert das Gehirn, es adaptiert, das heißt passt das Wachbewusstsein an die Wirklichkeit an.
Radiohören. Das bringt einen schrittweise, also von einem Moderatorbeitrag zum anderen, mehr in die Alltagsrealität hinein.
Nebensächlichkeiten bereden: Die Zahnpasta ist alle; am Samstag gönne ich mir das neue Buch...

Doch wie kann man sich die Tendenz zum Morgenmuffel von der Wurzel her selbst abgewöhnen?
Das Stichwort heißt "nachreifen". Persönliche Reife bedeutet:
1. sich besser kennen und wissen, was einem schadet und was einem nutzt;
2. Lebensbezüge schaffen, wo man mehr Freude als Last empfindet und
3. mit Notwendigkeiten, auch wenn sie im Augenblick lästig erscheinen, nicht hadern, sondern sie verändern, oder wenn sie nicht veränderbar sind, sie ertragen lernen.

Nächste Folge: Tipps für die Partner von Morgenmuffeln!

gepostet i.A. von Dr Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Liebe und Lust. Mary Hahn Verlag

Dienstag, 2. März 2010

Gute Stimmung macht neue Erfahrungen attraktiver

Glückliche Kinder erkunden ihre Umgebung, haben Spaß an neuen Dingen und freuen sich in der Regel, wenn etwas Neuartiges, Unbekanntes geschieht (solange es nicht laut, heiß, kalt, oder nass ist). Kinder in einer schlechten Stimmung dagegen klammern sich an die Hosenbeine ihrer Eltern und beschäftigen sich mit bekannten Dingen.

Genauso geht es uns auch im Erwachsenenalter noch: Sind wir in guter Stimmung, so probieren wir eher einmal das neue Restaurant mit dem traumhaften Blick am anderen Ende der Stadt aus. Fühlen wir uns nicht so gut, gehen wir eher ins Restaurant um die Ecke oder bleiben zuhause.

Eine Forschergruppe aus San Diego untersuchte diesen oft beobachteten Zusammenhang von Stimmung und Offenheit für neue Erfahrungen nun erstmals experimentell im psychologischen Labor und konnte die Vermutung bestätigen. Sie zeigten ihren Versuchspersonen bestimmte Muster und versetzten sie danach wahlweise in gute oder schlechte Stimmung, indem sie sie von freudigen oder traurigen Lebensereignissen erzählen ließen. Anschließend sollten die Teilnehmer verschiedene Muster bewerten, von denen manche neu waren und andere bereits zuvor betrachtet worden waren. Waren die Teilnehmer in schlechter Stimmung, bewerteten sie die vertrauten Muster besser. Waren sie gut gelaunt, gefielen ihnen die neuen Muster besser.


gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: UC San Diego (2010). Feeling blue? You'll shun the new. ScienceDaily.

Dienstag, 23. Februar 2010

Kommunikation und Empathie

Vielen Leuten gehen Leute auf die Nerven, die Aussagesätze wie Fragen aussprechen? Allerdings zeigt eine neue Studie der University of Southern California: Die Fähigkeit, während des Sprechens die Intonation zu variieren ist ein Zeichen von großem Einfühlungsvermögen?

Ein Experiment der Forscherin (mit dem wohlklingenden Namen) Lisa Aziz-Zadeh zeigt einmal mehr, dass bei der Kommunikation oft genug der Ton die Musik macht. Versuchsteilnehmer, die in solchen Hirnarealen verstärkte Aktivität zeigten, die für die Prosodie (sprich: die Sprachmelodie) zuständig sind, schnitten auch besser in einem Test zu Empathie und sozialem Verständnis ab.

Logisch, denn über die Sprachmelodie wird, genau wie über die nonverbalen Kommunikationskanäle, nicht so sehr der Inhalt einer Botschaft übermittelt, sondern vielmehr der emotionale Gehalt unserer Äußerungen. Und der ist eigentlich in den meisten Situationen viel wichtiger für unsere Kommunikationspartner.

Derzeit erforscht Aziz-Zadeh Möglichkeiten, soziales Verständnis über Sprache zu trainieren.


gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Lisa Aziz-Zadeh, Tong Sheng, Anahita Gheytanchi (2010). Common Premotor Regions for the Perception and Production of Prosody and Correlations with Empathy and Prosodic Ability. PLoS ONE, 2010; 5 (1)

Dienstag, 29. Dezember 2009

Wie Sie sich selbst kommunikativ positiv beeinflussen können

Sie können sich durch einige kommunikative Strategien selbst positiv beeinflussen. Kommunikative Selbstkompetenz ist aktives Selbstmanagement.

Bitte lächeln
Gelegentliches Lächeln hilft Ihnen, die eigene Stimmung zu heben. Das Unterbewusstsein kennt weder Zeit (vorher/nachher) noch Kausalität (Gibt es eigentlich einen realen Grund zum Lächeln?). Somit ist es Ihrem Unterbewusstsein schlichtweg egal, ob Sie grundlos oder begründet lächeln. Aber: Wenn Sie lächeln, erzeugt Ihr Unterbewusstsein gerade die Gefühle des Wohlbefindens, die ansonsten mit Lächeln gekrönt werden.

Affirmationen
"Mir geht es von Tag zu Tag besser", empfahl der Apotheker Emil Cue einst seinen kranken Kunden als morgendliche Affirmation. Es wirkte. Und wurde zur Grundlage des später von I.H. Schulz entwickelten autogenen Trainings, das heute noch zur Entspannung eingesetzt wird. Der Ton macht die Musik. Ihre Haltung beeinflusst Ihre innere Haltung. Und wenn Sie gerade keine förderlichen Außenreize haben, denken Sie sich erfolgsorientiert. Formelhafte Vorsatzbildung heißt diese Technik auch. Dabei kreieren Sie sich einen positiv formulierten Ein- oder Zweizeiler, den Sie sich im entspannten Zustand wie ein Mantra immer wieder selbst vorsagen. Zu den Erfolgsregeln gehört, dass Sie keine Verneinung (kein 'nein', kein 'nicht') verwenden.

Nicken
Wie finden Sie die Idee, morgen nach dem Abendessen einen Spaziergang zu machen? Wenn Sie beim Lesen dieses Vorschlags nicken, werden Sie davon eher überzeugt sein, als wenn Sie nicht nicken oder gar den Kopf schütteln. In einer Untersuchung in Ohio fand man 2003 heraus, dass Nicken eine Art nichtsprachliche Kommunikation mit sich selbst darstellt, womit man sich vom Gehörten oder Gelesenen stärker überzeugt. Umso überzeugender kann man dies dann anderen vermitteln.



gepostet i.A von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan (2005). Kommunikative Kompetenz. Gabal Verlag

Dienstag, 3. November 2009

Was unser Gesicht über Aggressivität verrät

Nicht nur über Worte und Gesten können wir feststellen, ob unser Kommunikationspartner ein aggressiver Mensch ist. Allein ein kurzer Blick in die Gesichtszüge genügt.

Das berichten Dr. Justin Carré und seine Kollegen von der Brock University of Ontario, Kanada. In ihrem psychologischen Experiment gingen sie der Frage nach, ob es möglich ist, die Tendenz zu aggressivem Verhalten mit einem kurzen Blick in die Gesichtszüge des Gegenübers einzuschätzen. Dazu zeigten sie ihren Versuchspersonen Bilder von Männern, deren Aggressivität sie zuvor im Labor untersucht hatten.

Obwohl alle Männer auf den Bildern einen neutralen ('un-emotionalen') Gesichtsausdruck aufgesetzt hatten, filterten die Versuchspersonen erstaunlicherweise recht zuverlässig die aggressiven Männer heraus. Und zwar unabhängig davon, ob sie die Bilder eingehend betrachten durften oder nur ganz kurz (für 39 Millisekunden) gezeigt bekamen.

Dr. Carré und sein Team erklären ihren interessanten Befund damit, dass wir zur Einschätzung der Aggressivität von Unbekannten (schnelles Entscheiden kann hier überlebenswichtig sein!) einen sehr groben, aber ungemein zuverlässigen Indikator heranziehen: Die sogenannte width-to-height ratio (WHR), sprich: Das Verhältnis der Entfernung vom linken zum rechten Wangenknochen und der Entfernung von der Oberlippe zu den Augenbrauen.

Während Jungen und Mädchen in der Kindheit keinen Unterschied in der WHR zeigen, entwickeln junge Männer in der Pubertät eine größere WHR. Untersuchungen bei jungen Männern haben außerdem gezeigt, dass solche mit einer größeren WHR auch tendenziell mehr aggressives Verhalten zeigen.

Tatsächlich ging im Expreiment von Dr. Carré die Einschätzung aggressiven Verhaltens mit einer größeren WHR einher - welche wiederum proportional zur vorher festgestellten Aggressionsneigung der Männer war.

Die Ergebnisse belegen, dass beinahe unmerkliche Unterschiede in der Gesichtstruktur anderer Menschen sehr stark unsere Einschätzung und unser Verhalten gegenüber diesen Menschen beeinflussen können.



gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Carré, JM, McCormick, CM, Mondloch, CJ (2009). Facial Structure is a Reliable Cue of Aggressive Behavior. Psychological Science, 20 (10)

Dienstag, 27. Oktober 2009

Die Magie des Lächelns

Stellen Sie sich vor, Sie würden jetzt einfach grundlos lächeln. Sozusagen auf Kredit. Sie würden, sobald Sie jemanden treffen, ein Lächeln zurückbekommen. Nahezu von jedem, dem Sie begegnen. Sofern Ihr Lächeln wirklich von Herzen kommt.

Das spürt Ihr Gegenüber. Woran? Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass das Lächeln dann ehrlich von Herzen kommt, wenn es von den kleinen strahlenförmigen Fältchen in den Augenwinkeln begleitet wird.

Lächeln ist aus drei Gründen so wichtig:

1. Lächeln öffnet Türen: als Bitte, als Danke, als Zeichen von Friedlichkeit und Wohl-Wollen, als Zeichen von Souveränität und Lebenskultur. Und als Zeichen, die Umwelt Ihrer Mitmenschen etwas freundlicher zu gestalten. Denn die sehen Ihr Gesicht, Sie selbst sehen es ja nur dann, wenn Sie in den Spiegel schauen.

2. Lächeln ist eine gute Investition. Sie bekommen mehr als Sie geben. Ein Lächeln kommt mehrfach zurück.

3. Lächeln steigert Ihr Wohlbefinden. Wenn Sie lächeln, fühlen Sie sich hinterher besser als vorher. Woher das kommt? Ihr Unterbewusstsein reagiert vor allem auf Sinneseindrücke und auf körperliche Veränderungen. Wenn Sie herzlich lächeln, denkt Ihr Unterbewusstsein, Sie hätten einen Grund dazu. Was zuerst war, das Lächeln oder die Ursache dafür, diese zeitliche Reihenfolge ist dem Unterbewusstsein egal. Sie wirken dann auch positiv auf andere. Also werden Sie als ein erfolgsbestimmter Mensch gesehen und behandelt. Das wirkt wiederum auf Sie zurück, sodass Sie sich zunehmend erfolgsorientiert fühlen. Und danach auch handeln und entscheiden. Es ergibt sich eine Erfolgsspirale, die Sie durch ein einziges herzliches Lächeln in Gang gebracht haben.

Als konkrete Übung schlage ich Ihnen vor, heute Abend einmal 30 Sekunden vor dem Spiegel zu lächeln, um zu sehen, wie es aussieht, und um zu spüren, wie es sich anfühlt, wenn Sie sich selbst anlächeln.


gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan (2005). Kommunikative Kompetenz. GABAL Verlag