Chatten Sie ab und zu mit Ihrem Partner? Wenn ja, dann sollten Sie vorsichtig sein: Das, was Sie schreiben, sagt mehr aus, als Sie denken!
Dies beweist eine Studie des Psychologen Richard B. Slatcher von der Wayne State University und seinen Kollegen. Die Forscher analysierten Chatinhalte von 68 Paaren über einen Zeitraum von 10 Tagen. Die ausgewählten Paare hatten ein Durchschnittsalter von 19 Jahren und schrieben sich fast täglich "Instant messages".
Zudem gaben die Probanden das Maß ihrer Beziehungszufriedenheit an.
Die Analyse der verwendeten Wörter brachte spannende Erkenntnisse zum Vorschein: Bei Paaren, bei denen die Frau häufiger "ich" in ihren Sätzen verwendete, schien die Beziehung stabiler zu sein. Zudem waren sowohl Mann als auch Frau sichtlich zufriedener. "Diese Beziehungen funktionieren besser, da die Frau sich dem Partner gegenüber mehr öffnet und mehr von sich preis gibt," so Slatcher. Für Männer, die häufig "ich" verwendeten, war der Vorteil nicht ganz so groß. Hier gab es nur einen kleinen Unterschied in der Zufriedenheit im Vergleich mit Männern, die "ich" selten verwendeten. Wenn Männer oft "mir" oder "mich" schrieben, hatte das sogar einen negativen Effekt auf die Beziehung! Auch die häufige Verwendung von "du" war nicht gerade positiv.
Was kann Mann also tun, um die Beziehung via Sprache zu verbessern?
Die Antwort überrascht kaum: über Gefühle reden, also auch Gefühle aussprechen! Männer mit einem "schnulzigeren" Schreibstil, der häufiger Worte wie "Liebe" oder "glücklich" enthielt, waren zufriedener in ihren Beziehungen und die Liebe hielt zudem länger!
Spannend war auch, dass das bekannte und unter Singles stark verhasste "wir", anders als angenommen, keinen besonders positiven Effekt auf Zufriedenheit oder Intimität der Beziehung hatte.
Die Forscher interpretierten die Ergebnisse folgendermaßen: Autonomie sei wichtig und gut für eine Beziehung, das beweise die positive Wirkung von "ich"-Formulierungen. Diese zeige nämlich, dass der Partner über sich und seine Gefühle Bescheid wisse und diese auch mitteile. Die häufige Verwendung von "mir" oder "mich" dagegen, deute auf eine Opferhaltung hin und beinhalte wenig Bemühung für die Beziehung. Dasselbe gelte für "du"-Formulierungen.
Probieren Sie die neuen Erkenntnisse doch gleich mal aus, und überraschen Sie Ihren Partner heute Abend mit einem freundlichen: "Ich glaube, ich sollte dir häufiger sagen, dass ich dich liebe!" (Und vermeiden Sie lauwarme Formulierungen, wie "wir sind müde" oder "wir haben keine Zeit").
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Slatcher, R. B., Vazire, S., Pennebaker, J. W.(2008): Am "i" more important than "we"? Couples' word use in instant messages. Personal Relationships, 15/4: pp. 407-424
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Donnerstag, 30. August 2012
Mittwoch, 1. Februar 2012
Mit Ihrer persönlichen Stimme erreichen Sie mehr
Beide haben diesen Prüfungsabschnitt nun doch nicht geschafft. Das vereint. Es war zwar nicht tragisch und kann wiederholt werden, aber traurig macht es doch. Menschlich. Sogar gut, wenn man sich der Traurigkeit, diesem angemessenen Gefühl als Folge der Enttäuschung auch stellt. Beide, das sind Eva und Maria, zwei gute Freundinnen, die dachten und hofften so darauf, das es gelingen könnte. Sie tauschten sich noch etwas bei einem Cappucino aus und gingen dann nach Hause. Dort angekommen machte sich Eva daran mit ihrer Mutter darüber zu chatten, dass es dummerweise nicht auf Anhieb gekplappt hat. Maria konnte auch nicht an sich halten und wollte ihre Gefühel mit jemandem teilen, also rief sie ihre Mutter per Telefon an.
Am nächsten Tag trafen sich Eva und Marian wie üblich wieder. Erstaunlich: Eva war immer noch betrübt, Maria bereits wieder offen für den neuen Tag mit all seinen Möglichkeiten.
Studien belegen, was hier passiert: Unsere Kommunikation verläuft auf drei Kanälen: verbal. körpersprachlich und paraverbal. Also durch gesprochenes Wort, durch nichtverbale Kommunikation und die relativ unbekannte paraverbale Kommunikation, also das berühmte "hmm" oder räuspern, gähnen, brummen, summen, Pausen, Lautstärke etc. Eben alles, was nicht in die beiden ersten Kategorien fällt. Und das kann man eben über Mails und SMS und Chatten nicht angemessen kommunizieren. Eine Studie der Forscherin Leslie Seltzer von der Universität Wisconsin-Madison hat diesen Zusammenhang physiologisch erhärtet: ein persönliches Telefonat oder auch persönlicher Kontakt beeinflusste das Stresshormon Cortisol kaum, wohl aber sank das stressminderne Hormon Oxytocin ganz deutlich. Bei Mädchen, die nur chatteten oder eventuell ganz allein blieben - bei diesen beiden Gruppen gab es kaum Unterschiede - da stieg das Cortisol und sank sank das Oxytocin. Die physiologischen Belege der psychischen Befindlichkeit ergaben: Realer, und auch nur telefonischer Kontakt tröstet wirkungsvoll, Alleinseinsein oder chatten - für unser Gehirn nicht so unterschiedlich - tröstet nicht. Also: anrufen, treffen, reden miteinander, das bringts. By the way: Was ist die zweithäufigste Tätigkeit auf dieser Welt (nach Schlafen, womit wir Menschen ein Drittel unseres Lebens verbringen): Auch wenn viele Mananger in meinen Vorträgen auf diese Frage mit dem Wort "arbeiten" antworten: es ist das "palavern". Also reden miteinander, vor allem darüber, was einen gerade am meisten bewegt.
Seltzer, Leslie J. et al., 2012, Instant messages vs. speech. Evolution & Hum.Beh., 33, 1, 42-45
Am nächsten Tag trafen sich Eva und Marian wie üblich wieder. Erstaunlich: Eva war immer noch betrübt, Maria bereits wieder offen für den neuen Tag mit all seinen Möglichkeiten.
Studien belegen, was hier passiert: Unsere Kommunikation verläuft auf drei Kanälen: verbal. körpersprachlich und paraverbal. Also durch gesprochenes Wort, durch nichtverbale Kommunikation und die relativ unbekannte paraverbale Kommunikation, also das berühmte "hmm" oder räuspern, gähnen, brummen, summen, Pausen, Lautstärke etc. Eben alles, was nicht in die beiden ersten Kategorien fällt. Und das kann man eben über Mails und SMS und Chatten nicht angemessen kommunizieren. Eine Studie der Forscherin Leslie Seltzer von der Universität Wisconsin-Madison hat diesen Zusammenhang physiologisch erhärtet: ein persönliches Telefonat oder auch persönlicher Kontakt beeinflusste das Stresshormon Cortisol kaum, wohl aber sank das stressminderne Hormon Oxytocin ganz deutlich. Bei Mädchen, die nur chatteten oder eventuell ganz allein blieben - bei diesen beiden Gruppen gab es kaum Unterschiede - da stieg das Cortisol und sank sank das Oxytocin. Die physiologischen Belege der psychischen Befindlichkeit ergaben: Realer, und auch nur telefonischer Kontakt tröstet wirkungsvoll, Alleinseinsein oder chatten - für unser Gehirn nicht so unterschiedlich - tröstet nicht. Also: anrufen, treffen, reden miteinander, das bringts. By the way: Was ist die zweithäufigste Tätigkeit auf dieser Welt (nach Schlafen, womit wir Menschen ein Drittel unseres Lebens verbringen): Auch wenn viele Mananger in meinen Vorträgen auf diese Frage mit dem Wort "arbeiten" antworten: es ist das "palavern". Also reden miteinander, vor allem darüber, was einen gerade am meisten bewegt.
Seltzer, Leslie J. et al., 2012, Instant messages vs. speech. Evolution & Hum.Beh., 33, 1, 42-45
Montag, 7. Februar 2011
Dr.Lermer im TV - bei "Welt der Wunder"
Wissenschafts-Sendung "Welt der Wunder" mit dem Titel
"Das Geheimnis der Liebe" (60 Minuten)
In dieser Sendung wird der Kommunikations-Coach
Dr. Stephan Lermer als Experte für Partnerschaft
und Paar-Kommunikation interviewt.
Termine:
Erstausstrahlung: So.13.02.2011 18.00 Uhr (RTL2)
Wiederholungen in der Folgewoche
Dienstag.....0.30 Uhr (RTL2)
Samstag....19.05 Uhr (ntv)
Samstag....23.05 Uhr (ntv)
Mittwoch...20.05 Uhr (ntv)
Mittwoch.....0.15 Uhr (ntv)
Wissenschafts-Sendung "Welt der Wunder" mit dem Titel
"Das Geheimnis der Liebe" (60 Minuten)
In dieser Sendung wird der Kommunikations-Coach
Dr. Stephan Lermer als Experte für Partnerschaft
und Paar-Kommunikation interviewt.
Termine:
Erstausstrahlung: So.13.02.2011 18.00 Uhr (RTL2)
Wiederholungen in der Folgewoche
Dienstag.....0.30 Uhr (RTL2)
Samstag....19.05 Uhr (ntv)
Samstag....23.05 Uhr (ntv)
Mittwoch...20.05 Uhr (ntv)
Mittwoch.....0.15 Uhr (ntv)
Freitag, 7. Januar 2011
Warum wir Affären haben
Aus mittelmäßigen Beziehungs-Ratgebern wissen wir: Wir sind seriell monogam, der Seitensprung ist genetisch bedingt. Soll heißen: Wir Menschen können ja gar nichts dafür, wenn wir ab und zu mit anderen in die Kiste springen. Die Konsequenz daraus: Wir müssen uns mit der Untreue des Partners / der Partnerin abfinden - Er/sie kann ja nichts dafür.
Das ist natürlich wie so oft nur die halbe Wahrheit. Wohl schlummert in jedem von uns ein potentieller "Seitenspringer". Und die evolutionär-psychologische Erklärung, dass wir so die Chancen für gesunden Nachwuchs erhöhen und deshalb nur das tun, was für unsere Vorfahren und unsere ganze Spezies wohl überlebenswichtig ist - das ist auch plausibel. Aber für den wahren Grund, aus dem die unmittelbare Entscheidung für einen Seitensprung erwächst, braucht man im Prinzip keine komplexe Erklärung. Die Erklärung ist statt dessen recht einfach: Sexuelle Unzufriedenheit.
Das belegt eine Studie im Auftrag von Theratalk, bei der über 2500 untreue Männer und Frauen nach den Gründen ihrer Untreue gefragt wurden. Danach entscheiden sich 79% der Männer für eine Affäre, weil sie mit der Sexualität in der Partnerschaft unzufrieden sind. Bei den Frauen sind es sogar 85%. Natürlich gehen auch sexuell zufriedene Partner fremd, aber die Wahrscheinlichkeit für einen Seitensprung ist wesentlich geringer, wenn beide Partner glauben, dass es im Bett funktioniert.
Das probate Mittel gegen Seitensprünge ist daher: Prävention. Und das vor allem durch partnerschaftlicher Kommunikation über Sex und Zärtlichkeit. Die Kunst besteht darin, mit dem eigenen Partner über Wünsche und Vorlieben zu sprechen und vor allem über die Dinge offen zu reden, die stören.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: www.theratalk.de
Das ist natürlich wie so oft nur die halbe Wahrheit. Wohl schlummert in jedem von uns ein potentieller "Seitenspringer". Und die evolutionär-psychologische Erklärung, dass wir so die Chancen für gesunden Nachwuchs erhöhen und deshalb nur das tun, was für unsere Vorfahren und unsere ganze Spezies wohl überlebenswichtig ist - das ist auch plausibel. Aber für den wahren Grund, aus dem die unmittelbare Entscheidung für einen Seitensprung erwächst, braucht man im Prinzip keine komplexe Erklärung. Die Erklärung ist statt dessen recht einfach: Sexuelle Unzufriedenheit.
Das belegt eine Studie im Auftrag von Theratalk, bei der über 2500 untreue Männer und Frauen nach den Gründen ihrer Untreue gefragt wurden. Danach entscheiden sich 79% der Männer für eine Affäre, weil sie mit der Sexualität in der Partnerschaft unzufrieden sind. Bei den Frauen sind es sogar 85%. Natürlich gehen auch sexuell zufriedene Partner fremd, aber die Wahrscheinlichkeit für einen Seitensprung ist wesentlich geringer, wenn beide Partner glauben, dass es im Bett funktioniert.
Das probate Mittel gegen Seitensprünge ist daher: Prävention. Und das vor allem durch partnerschaftlicher Kommunikation über Sex und Zärtlichkeit. Die Kunst besteht darin, mit dem eigenen Partner über Wünsche und Vorlieben zu sprechen und vor allem über die Dinge offen zu reden, die stören.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: www.theratalk.de
Freitag, 24. Dezember 2010
Was tun Paare...
...zur Weihnachtszeit mehr als zu jeder anderen Zeit?
Miteinander reden!
Gerade in der stillen Zeit um Weihnachten und Jahreswende sehen die meisten von uns ihren Partner länger als sonst. Zeit also, sich auszutauschen über die vielen Dinge, die in der stressigen Vorweihnachtszeit passiert sind. Kommunikative Fähigkeiten und vor allem viel Einfühlungsvermögen sind nun gefragt, damit man den ganzen Stress aus der vergangenen Zeit nicht in die Feiertage und damit in die Partnerschaft überträgt.
Aber: Über was reden Paare eigentlich gewöhnlich? Hier die Ergebnisse einer Umfrage mit über 1000 Teilnehmern. Viel zu wenig zwar, um gleich die Ergebnisse zu verallgemeinern, aber trotzdem: Sie sind herzlich eingeladen, Ihr eigenes partnerschaftliches Kommunikationsverhalten zu vergleichen:
In diesem Sinne Ihnen allen ein schönes Weihnachtsfest!
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: web.de/magazine/lifestyle. 23.12.2010
Miteinander reden!
Gerade in der stillen Zeit um Weihnachten und Jahreswende sehen die meisten von uns ihren Partner länger als sonst. Zeit also, sich auszutauschen über die vielen Dinge, die in der stressigen Vorweihnachtszeit passiert sind. Kommunikative Fähigkeiten und vor allem viel Einfühlungsvermögen sind nun gefragt, damit man den ganzen Stress aus der vergangenen Zeit nicht in die Feiertage und damit in die Partnerschaft überträgt.
Aber: Über was reden Paare eigentlich gewöhnlich? Hier die Ergebnisse einer Umfrage mit über 1000 Teilnehmern. Viel zu wenig zwar, um gleich die Ergebnisse zu verallgemeinern, aber trotzdem: Sie sind herzlich eingeladen, Ihr eigenes partnerschaftliches Kommunikationsverhalten zu vergleichen:
- 73% aller befragten Paare reden regelmäßig über den Job. Das bedeutet, dass mehr als jedes vierte Paar das nicht macht. Über den Job zu reden ist allerdings sehr wichtig, weil man dem Partner damit Details aus dem eigenen Leben offenbart, die er/sie sonst nicht erfahren würde Das schafft Vertrauen und verstärkt die Gemeinsamkeit. Man läßt seinen Patner so auch an dem wichtigen Lebensbereich "Berufsleben" teilhaben. Allerdings gibt es natürlich auch Ausnahmen, womit man den Partner möglicherweise schonen bzw. nicht belasten möchte.
- Sex (43%) spielt offensichtlich keine so große Rolle. Schade, denn Kommunikation über die partnerschaftliche Sexualität ist einer der größten Schlüssel zum Glück zu zweit.
- Kunst und Kultur (17%) ist eindeutig das Schlusslicht und wahrscheinlich auch nicht Jedermanns oder Jederfraus Sache. Über Kunst und Kultur wird häufiger mit Freunden geredet.
- Und der Spitzenreiter ist: Einkäufe. Mit 77% ist Shopping das Top-Thema in deutschen Beziehungen. Hätten Sie es geahnt?
In diesem Sinne Ihnen allen ein schönes Weihnachtsfest!
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: web.de/magazine/lifestyle. 23.12.2010
Freitag, 5. November 2010
Konstruktiv streiten in der Partnerschaft
Wie lernt man, positiv zu streiten?
Man sollte damit beginnen, dass beide Partner sich ihrer Position sicherer und ihres Selbstwertes bewusster werden. Gleichzeitig sollten die Gemeinsamkeiten geschätzt und die Unterschiede berücksichtigt werden.
Das hat zur Folge, dass das Zugehörigkeitsgefühl zueinander wächst. Man hat sich durch Meinungsverschiedenheiten als unterschiedlich erkannt und fühlt sich dennoch vom anderen akzeptiert und geliebt. Im Sinne der Weisheit der englischen Diplomaten: "Let's agree to disagree", also: "lass uns übereinstimmen, dass wir hier verschiedener Meinung sind".
Und man sollte sich stets erinnern, dass man durch Diskussionen und ausgetragene Meinungsverschiedenheiten wacher wird für die Herausforderung, für Kritik, und sich damit für sämtliche Lebensbereiche rhetorisch bessern kann, das heißt, man wird bewusster in Bezug auf das, was man wahrnimmt und wie man sich äußert. Damit wird man kommunikationsfähiger und partnerschaftsfähiger.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Liebe und Lust. Mary Hahn Verlag
Man sollte damit beginnen, dass beide Partner sich ihrer Position sicherer und ihres Selbstwertes bewusster werden. Gleichzeitig sollten die Gemeinsamkeiten geschätzt und die Unterschiede berücksichtigt werden.
Das hat zur Folge, dass das Zugehörigkeitsgefühl zueinander wächst. Man hat sich durch Meinungsverschiedenheiten als unterschiedlich erkannt und fühlt sich dennoch vom anderen akzeptiert und geliebt. Im Sinne der Weisheit der englischen Diplomaten: "Let's agree to disagree", also: "lass uns übereinstimmen, dass wir hier verschiedener Meinung sind".
Und man sollte sich stets erinnern, dass man durch Diskussionen und ausgetragene Meinungsverschiedenheiten wacher wird für die Herausforderung, für Kritik, und sich damit für sämtliche Lebensbereiche rhetorisch bessern kann, das heißt, man wird bewusster in Bezug auf das, was man wahrnimmt und wie man sich äußert. Damit wird man kommunikationsfähiger und partnerschaftsfähiger.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Liebe und Lust. Mary Hahn Verlag
Dienstag, 28. September 2010
"Ein großes Glas Wasser, bitte!" "Mhm, ein großes Glas Wasser."
Eine einfache Strategie, um beim Kommunikationspartner Sympathie hervorzurufen ist, seine Worte zu wiederholen. Das sollte natürlich unaufdringlich geschehen und letztlich einfach dem Partner signalisieren: Ich habe dich verstanden, ich weiß was du willst, wir sind auf einer Ebene.
Der niederländische Forscher Rick van Baaren hat dieses Phänomen anschaulich im Experiment untersucht: Er ließ Kellner die Bestellungen ihrer Gäste auf zwei verschiedene Arten aufnehmen: Die Hälfte der Bestellungen hörten sie sich kommentarlos an, bei der anderen Hälfte der Bestellungen wiederholten sie ganz einfach das Gesagte: "So, Sie bekommen den Rotbarsch mit Kartoffeln, dazu ein großes Wasser...."
Die "Sympathie" maß van Baaren mit der Menge des Trinkgeldes, die die Kellner am Ende erhielten. Und tatsächlich gaben die Gäste in der "Mimikry-Bedingung", in der ihre Bestellung wiederholt worden war, mehr Geld. Van Baaren zog aus seiner Studie den Schluss, dass unaufdringliches Nachahmen unserer Kommunikationspartner zu prosozialem Verhalten führt.
Übrigens: Carl Rogers, der Vater der klientenzentrierten Psychotherapie, nannte als einen seiner Grundsätze der Therapie das "Paraphrasieren", sprich: Das Wiederholen und Umschreiben der Dinge, die seine Klienten ihm erzählten. Aus zwei Gründen schuf er dadurch eine Atmosphäre der Sympathie und der gegenseitigen Akzeptanz: Erstens konnte er so selbst noch einmal überprüfen, ob er seine Klienten wirklich verstanden hatte. Und zweitens fühlten sich die Klienten besser verstanden oder konnten gegebenenfalls ihre Aussagen noch einmal relativieren.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Van Baaren, RB et al. (2003). Mimicry for Money: Behavioral Consequences of Imitation. Journal of Experimental Social Psychology, 39, 393-398.
Der niederländische Forscher Rick van Baaren hat dieses Phänomen anschaulich im Experiment untersucht: Er ließ Kellner die Bestellungen ihrer Gäste auf zwei verschiedene Arten aufnehmen: Die Hälfte der Bestellungen hörten sie sich kommentarlos an, bei der anderen Hälfte der Bestellungen wiederholten sie ganz einfach das Gesagte: "So, Sie bekommen den Rotbarsch mit Kartoffeln, dazu ein großes Wasser...."
Die "Sympathie" maß van Baaren mit der Menge des Trinkgeldes, die die Kellner am Ende erhielten. Und tatsächlich gaben die Gäste in der "Mimikry-Bedingung", in der ihre Bestellung wiederholt worden war, mehr Geld. Van Baaren zog aus seiner Studie den Schluss, dass unaufdringliches Nachahmen unserer Kommunikationspartner zu prosozialem Verhalten führt.
Übrigens: Carl Rogers, der Vater der klientenzentrierten Psychotherapie, nannte als einen seiner Grundsätze der Therapie das "Paraphrasieren", sprich: Das Wiederholen und Umschreiben der Dinge, die seine Klienten ihm erzählten. Aus zwei Gründen schuf er dadurch eine Atmosphäre der Sympathie und der gegenseitigen Akzeptanz: Erstens konnte er so selbst noch einmal überprüfen, ob er seine Klienten wirklich verstanden hatte. Und zweitens fühlten sich die Klienten besser verstanden oder konnten gegebenenfalls ihre Aussagen noch einmal relativieren.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Van Baaren, RB et al. (2003). Mimicry for Money: Behavioral Consequences of Imitation. Journal of Experimental Social Psychology, 39, 393-398.
Dienstag, 7. September 2010
Seien Sie ruhig witzig!
Humor bei der Arbeit ist generell gut. Das behauptet Chris Robert, Ökonom an der University of Missouri-Columbia, nach einer umfangreichen wissenschaftlichen Analyse über die Auswirkungen von Witzen und Gelächter am Arbeitsplatz.
"Gelegentlicher Humor unter Kollegen begünstigt Kreativität, Zusammenhalt und letztlich Performance" behauptet Robert. Er und sein Kollege Wan Yan haben in ihrer Analyse Literatur aus unterschiedlichen Disziplinen integriert, um zu beweisen, dass Humor ernsthafte Folgen für die Wirtschaft haben kann. "Humor hat einen bedeutenden Einfluss in Unternehmen. Er ist weder inkompatibel mit den Unternehmenszielen, noch mit einer allgemein wettbewerbsorientierten Unternehmenskultur".
Besonderen Wert legen die Autoren der Studie auf interkulturelle Unterschiede. Robert: "Humor wird in interkulturellen Settings komplizierter. Es ist dann schwer zu unterscheiden, was witzig ist oder wann Humor angebracht ist. Einige Forscher haben vorgeschlagen, Humor dann völlig zu vermeiden. Wir lehnen das ab. Es gibt einige Grundregeln für das Verständnis, wann und welcher Humor angebracht ist.
Zunächst gilt es, eine gemeinsame persönliche Basis zu finden - nicht auf (inter-)kultureller oder sozialer Ebene, sondern ganz individuell. Die Erwartungen über den Ausgang eines Witzes müssen beispielsweise gleich sein, damit die unvorhergesehene Pointe für alle Beteiligten die gleiche unerwartete Wendung bringt.
Bei der Auswahl der Themen für Scherze sollte man im interkulturellen Fall noch vorsichtiger sein als sonst: Witze über Religion, Völker und kulturelle Werte sollten zunächst vermieden werden. Themen wie Tiere oder lustige Dinge, die Kinder sagen, sind dagegen in jeder Kultur gleich präsent, weil die Erfahrungen mit diesen Inhalten sich interkulturell kaum unterscheiden.
Humor am Arbeitsplatz verlangt also ein gewisses Maß an Sensitivität und Kenntnis einiger Grundregeln. Ein (amüsantes) Beispiel für mangelnde Sensitivität bieten beispielsweise die deutsche Serie "Stromberg" oder die amerikanische Show "The Office".
gepostet i.A. von Dr.Stephan Lermer
Quelle: http://www.eurekalert.org/pub_releases/2007-11/uom-lhi110107.php
"Gelegentlicher Humor unter Kollegen begünstigt Kreativität, Zusammenhalt und letztlich Performance" behauptet Robert. Er und sein Kollege Wan Yan haben in ihrer Analyse Literatur aus unterschiedlichen Disziplinen integriert, um zu beweisen, dass Humor ernsthafte Folgen für die Wirtschaft haben kann. "Humor hat einen bedeutenden Einfluss in Unternehmen. Er ist weder inkompatibel mit den Unternehmenszielen, noch mit einer allgemein wettbewerbsorientierten Unternehmenskultur".
Besonderen Wert legen die Autoren der Studie auf interkulturelle Unterschiede. Robert: "Humor wird in interkulturellen Settings komplizierter. Es ist dann schwer zu unterscheiden, was witzig ist oder wann Humor angebracht ist. Einige Forscher haben vorgeschlagen, Humor dann völlig zu vermeiden. Wir lehnen das ab. Es gibt einige Grundregeln für das Verständnis, wann und welcher Humor angebracht ist.
Zunächst gilt es, eine gemeinsame persönliche Basis zu finden - nicht auf (inter-)kultureller oder sozialer Ebene, sondern ganz individuell. Die Erwartungen über den Ausgang eines Witzes müssen beispielsweise gleich sein, damit die unvorhergesehene Pointe für alle Beteiligten die gleiche unerwartete Wendung bringt.
Bei der Auswahl der Themen für Scherze sollte man im interkulturellen Fall noch vorsichtiger sein als sonst: Witze über Religion, Völker und kulturelle Werte sollten zunächst vermieden werden. Themen wie Tiere oder lustige Dinge, die Kinder sagen, sind dagegen in jeder Kultur gleich präsent, weil die Erfahrungen mit diesen Inhalten sich interkulturell kaum unterscheiden.
Humor am Arbeitsplatz verlangt also ein gewisses Maß an Sensitivität und Kenntnis einiger Grundregeln. Ein (amüsantes) Beispiel für mangelnde Sensitivität bieten beispielsweise die deutsche Serie "Stromberg" oder die amerikanische Show "The Office".
gepostet i.A. von Dr.Stephan Lermer
Quelle: http://www.eurekalert.org/pub_releases/2007-11/uom-lhi110107.php
Dienstag, 27. April 2010
Gemeinsam Gewinnen
WIN-WIN-Strategien nutzen
Ein hervorragendes Beispiel für WIN-WIN ist die Geschichte von Anita Roddick, der Gründerin von Body Shop. Als sie die Idee zu einem Laden für Naturkosmetik hatte, besaß sie kein Geld und die Bank wollte ihr kein Kapital geben, da sie keine Sicherheit vorweisen konnte. Ein Freund, der eine Autowerkstatt besaß, gab ihr die erforderlichen 4000 Pfund für die Gegenleistung, den monatlichen Gewinn aus dem Laden zu teilen.
Ein WIN-WIN-Prinzip wurde realisiert, denn nur in der Kombination aus Idee und Geld konnte der Laden gegründet werden und Gewinn abwerfen, der dann geteilt werden sollte. Einige Jahre nach der Gründung expandiert Anita Roddick die Läden in eine weltweite Ladenkette. Ihr Geldegeber bekommt nach wie vor die Hälfte des Gewinns monatlich überwiesen. Auch wenn es den Anschein hat, dass er auf diese Weise zu Millionen kommt - es ist eine klassische WIN-WIN-Geschichte.
Ein Beispiel zur Übung: Ein Freund möchte für ein seriöses und gleichzeitig sehr Gewinn bringendes Geschäft einen Monat lang bei Ihnen wohnen und Ihren Schreibtisch, Ihren Computer, Ihr Telefon und Ihr Fax benutzen. Er zahlt Ihnen dafür sofort eine Million oder, was ihm lieber wäre, erst wenig, dann jeden Tag mehr, am ersten Tag einen Cent, Tag für Tag verdoppelt, einen ganzen Monat lang. Beharren Sie auf Ihrer Million, haben Sie, was Sie haben. Kommen Sie ihm aber entgegen und lassen ihn erst etwas verdienen, haben Sie mehr davon: am 31. Tag des Monats gehören Ihnen 10 737 417 Euro.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, S. & Meiser, H.C. Gemeinsam bin ich besser. Krüger Verlag
Ein hervorragendes Beispiel für WIN-WIN ist die Geschichte von Anita Roddick, der Gründerin von Body Shop. Als sie die Idee zu einem Laden für Naturkosmetik hatte, besaß sie kein Geld und die Bank wollte ihr kein Kapital geben, da sie keine Sicherheit vorweisen konnte. Ein Freund, der eine Autowerkstatt besaß, gab ihr die erforderlichen 4000 Pfund für die Gegenleistung, den monatlichen Gewinn aus dem Laden zu teilen.
Ein WIN-WIN-Prinzip wurde realisiert, denn nur in der Kombination aus Idee und Geld konnte der Laden gegründet werden und Gewinn abwerfen, der dann geteilt werden sollte. Einige Jahre nach der Gründung expandiert Anita Roddick die Läden in eine weltweite Ladenkette. Ihr Geldegeber bekommt nach wie vor die Hälfte des Gewinns monatlich überwiesen. Auch wenn es den Anschein hat, dass er auf diese Weise zu Millionen kommt - es ist eine klassische WIN-WIN-Geschichte.
Ein Beispiel zur Übung: Ein Freund möchte für ein seriöses und gleichzeitig sehr Gewinn bringendes Geschäft einen Monat lang bei Ihnen wohnen und Ihren Schreibtisch, Ihren Computer, Ihr Telefon und Ihr Fax benutzen. Er zahlt Ihnen dafür sofort eine Million oder, was ihm lieber wäre, erst wenig, dann jeden Tag mehr, am ersten Tag einen Cent, Tag für Tag verdoppelt, einen ganzen Monat lang. Beharren Sie auf Ihrer Million, haben Sie, was Sie haben. Kommen Sie ihm aber entgegen und lassen ihn erst etwas verdienen, haben Sie mehr davon: am 31. Tag des Monats gehören Ihnen 10 737 417 Euro.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, S. & Meiser, H.C. Gemeinsam bin ich besser. Krüger Verlag
Freitag, 16. April 2010
Tage des Mannes
Was macht den Unterschied zwischen Mann und Frau aus? Passen Männer und Frauen überhaupt zusammen? Wann ist ein Mann ein Mann?
Im Interview mit Dr. Stephan Lermer erhalten Sie Antworten.
gepostet i.A. von Dr Stephan Lermer
Im Interview mit Dr. Stephan Lermer erhalten Sie Antworten.
gepostet i.A. von Dr Stephan Lermer
Dienstag, 13. April 2010
Innerdeutsche Sprachbarrieren
"Un watt giff et dao?" - "Nix füa di, host mi?!"
Gleich und gleich macht gern Geschäfte. Das gilt in Deutschland vor allem für Sprecher gleicher Dialekte. Eine Studie des Marburger Sprachwissenschaftler Dr. Alfred Lameli belegt, dass auch in unserer globalisierten Gesellschaft am liebsten mit Leuten verhandelt wird, die sich 'gut verstehen'. Bayern zum Beispiel fühlen sich am wohlsten, wenn ihre Geschäftspartner aus der selben Region stammen wie sie selbst, nach dem Motto: "Mir san mir".
Machen dagegen Sachsen mit Bayern oder Badener mit Berlinern Geschäfte, leidet nicht nur die Sympathie, sondern auch die Verhandlungsqualität. Ursächlich dafür sind oft unbewusste Vorurteile, die wir den Sprechern 'anderer' Dialekte entgegenbringen.
In Zeiten, in denen Außenministern peinliche Sprachpannen passieren und angehende Europaminister wegen ihres schwäbelnden Englischs öffentlich verhöhnt werden, wird diese Voreingenommenheit besonders deutlich. Die Forscher um Dr. Lameli stellen fest, dass "Unterschiede zwischen Mundarten ein Gefühl der Fremdheit bewirken", das nicht nur die Sympathie für die Geschäftspartner reduziert, sondern auch Entscheidungen und generell ökonomisches Verhalten beeinflusst.
Für Verhandlungen lassen sich deshalb zwei Dinge aus der Studie ableiten:
1. Lassen Sie wenn möglich Menschen miteinander verhandeln, die 'dieselbe Sprache' sprechen - die Wahrscheinlichkeit für Lösungen und Verträge, bei denen beide Parteien profitieren, steigt dadurch deutlich an.
2. Versuchen Sie bei Verhandlungen nicht gleich, den Gesprächspartner in eine Schublade zu schieben, sobald er den Mund aufmacht. Wechseln Sie statt dessen auf die Inhaltsebene der Kommunikation und achten Sie mehr darauf was Ihr Verhandlungspartner sagt - und nicht wie er oder sie es ihnen mitteilt.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lameli, A., Falck, O., Heblich, S., Südekum, J. (2010). Dialects, Cultural Identity, and Economic Exchange. In: IZA Discussion Paper Series. No. 4743.
Gleich und gleich macht gern Geschäfte. Das gilt in Deutschland vor allem für Sprecher gleicher Dialekte. Eine Studie des Marburger Sprachwissenschaftler Dr. Alfred Lameli belegt, dass auch in unserer globalisierten Gesellschaft am liebsten mit Leuten verhandelt wird, die sich 'gut verstehen'. Bayern zum Beispiel fühlen sich am wohlsten, wenn ihre Geschäftspartner aus der selben Region stammen wie sie selbst, nach dem Motto: "Mir san mir".
Machen dagegen Sachsen mit Bayern oder Badener mit Berlinern Geschäfte, leidet nicht nur die Sympathie, sondern auch die Verhandlungsqualität. Ursächlich dafür sind oft unbewusste Vorurteile, die wir den Sprechern 'anderer' Dialekte entgegenbringen.
In Zeiten, in denen Außenministern peinliche Sprachpannen passieren und angehende Europaminister wegen ihres schwäbelnden Englischs öffentlich verhöhnt werden, wird diese Voreingenommenheit besonders deutlich. Die Forscher um Dr. Lameli stellen fest, dass "Unterschiede zwischen Mundarten ein Gefühl der Fremdheit bewirken", das nicht nur die Sympathie für die Geschäftspartner reduziert, sondern auch Entscheidungen und generell ökonomisches Verhalten beeinflusst.
Für Verhandlungen lassen sich deshalb zwei Dinge aus der Studie ableiten:
1. Lassen Sie wenn möglich Menschen miteinander verhandeln, die 'dieselbe Sprache' sprechen - die Wahrscheinlichkeit für Lösungen und Verträge, bei denen beide Parteien profitieren, steigt dadurch deutlich an.
2. Versuchen Sie bei Verhandlungen nicht gleich, den Gesprächspartner in eine Schublade zu schieben, sobald er den Mund aufmacht. Wechseln Sie statt dessen auf die Inhaltsebene der Kommunikation und achten Sie mehr darauf was Ihr Verhandlungspartner sagt - und nicht wie er oder sie es ihnen mitteilt.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lameli, A., Falck, O., Heblich, S., Südekum, J. (2010). Dialects, Cultural Identity, and Economic Exchange. In: IZA Discussion Paper Series. No. 4743.
Dienstag, 6. April 2010
Die Axiome 3 und 5...
... des berühmten Kommunikationsforschers Paul Watzlawick komplettieren unsere kleine Serie über die Grundlagen der Kommunikation.
Die dritte grundlegende Wahrheit Watzlawicks lautet:
"Die Reihenfolge der Ereignisse definiert die Beziehung"
In gestörter Kommunikation findet sich sehr oft das 'Henne-Ei-Problem'. Jeder reagiert auf den anderen und denkt, er dürfe sich so verhalten, weil der andere sich in seinen Augen falsch verhält. Und so nörgelt sie, weil er sich immer so zurückzieht. Und er zieht sich ja nur zurück, weil er ihr Nörgeln nicht aushält - eine typische Kommunikationsfalle in Paarbeziehungen.
Das fünfte Axiom lautet nach Watzlawick:
"Es gibt symmetrische und komplementäre Kommunikation"
Bei einer symmetrischen Kommunikation tauschen sich ranggleiche Partner untereinander aus. Beispiel: Vater und Mutter einigen sich auf die Höhe des Taschengeldes für den Sprössling. Bei einer komplementären Kommunikation gibt es ein Ranggefälle, etwa zwischen Vorstandsvorsitzendem und Chauffeur.
Hier noch einmal alle Kommunikations-Axiome zum Nachlesen:
1. Man kann nicht nicht kommunizieren
2. Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt
3. Die Reihenfolge der Ereignisse definiert die Beziehung
4. Es gibt analoge und digitale Kommunikation
5. Es gibt symmetrische und komplementäre Kommunikation
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Kommunikative Kompetenz. GABAL Verlag
Die dritte grundlegende Wahrheit Watzlawicks lautet:
"Die Reihenfolge der Ereignisse definiert die Beziehung"
In gestörter Kommunikation findet sich sehr oft das 'Henne-Ei-Problem'. Jeder reagiert auf den anderen und denkt, er dürfe sich so verhalten, weil der andere sich in seinen Augen falsch verhält. Und so nörgelt sie, weil er sich immer so zurückzieht. Und er zieht sich ja nur zurück, weil er ihr Nörgeln nicht aushält - eine typische Kommunikationsfalle in Paarbeziehungen.
Das fünfte Axiom lautet nach Watzlawick:
"Es gibt symmetrische und komplementäre Kommunikation"
Bei einer symmetrischen Kommunikation tauschen sich ranggleiche Partner untereinander aus. Beispiel: Vater und Mutter einigen sich auf die Höhe des Taschengeldes für den Sprössling. Bei einer komplementären Kommunikation gibt es ein Ranggefälle, etwa zwischen Vorstandsvorsitzendem und Chauffeur.
Hier noch einmal alle Kommunikations-Axiome zum Nachlesen:
1. Man kann nicht nicht kommunizieren
2. Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt
3. Die Reihenfolge der Ereignisse definiert die Beziehung
4. Es gibt analoge und digitale Kommunikation
5. Es gibt symmetrische und komplementäre Kommunikation
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Kommunikative Kompetenz. GABAL Verlag
Dienstag, 30. März 2010
Analoge und digitale Kommunikation
Nach dem berühmten Kommunikationsforscher Paul Watzlawick gibt es 'analoge' und 'digitale' Kommunikation.
Als digitale Kommunikationsform gilt alles, was definiert verschlüsselt ist (Zahlen, Buchstaben, Wörter, Piktogramme, Verkehrszeichen usw.). Digitalisierte Kommunikation ist quantifizierbar, berechenbar (zum Beispiel lassen sich in Word Wörter zählen).
So könnte man bei einer Sprachinhaltsanalyse berechnen, wie viele negative Formulierungen in Form von "un-", "kein", "nicht" oder eindeutig negative Begriffe wie etwa "verunglimpfen", "problematisch", "missmutig", usw. ein Schreiber verwendet hat. Und zwar im Vergleich zu einem anderen Schreiber, der deutlich mehr positive Begriffe verwendet, indem er Begriffe wie "leicht", "Herausforderung", "beeindruckend", "förderlich", "bereichernd", "lächelnd" usw. einsetzt. Und zudem passive Formulierungen unterlässt, dafür eine warme Bildsprache pflegt.
Analoge Kommunikation geht über das Wort hinaus.
Doch wir haben ja nicht nur das Wort allein. Sondern auch den Ton dazu, der die Musik macht: den ganzen Bereich der analogen Kommunikation. Es ist vor allem die Körpersprache, mit der wir subjektive Einstellungen und Sichtweisen vermitteln ("Mein Fisch war soooo groß"): Durch Blick, Mimik, Gestik, Körperhaltung. Analog kommunizieren wir auch parasprachlich, zum Beispiel durch die Lautstärke, die Sprechgeschwindigkeit, die Betonung usw.
Vielfach ist unsere verbale Kommunikation unserer Sinneswahrnehmungen analog: Wir sagen beim Riechen fast immer: Hier riecht es wie nach/bei/damals/in... Auch bei der Verbalisierung akustischer, optischer oder haptischer (Berührungs-) Empfindungen äußern wir meist einen relativen Eindruck im Verhältnis zum Üblichen oder Angenehmen: Hier ist es zu laut, zu hell, zu eng...
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Kommunikative Kompetenz. GABAL Verlag.
Als digitale Kommunikationsform gilt alles, was definiert verschlüsselt ist (Zahlen, Buchstaben, Wörter, Piktogramme, Verkehrszeichen usw.). Digitalisierte Kommunikation ist quantifizierbar, berechenbar (zum Beispiel lassen sich in Word Wörter zählen).
So könnte man bei einer Sprachinhaltsanalyse berechnen, wie viele negative Formulierungen in Form von "un-", "kein", "nicht" oder eindeutig negative Begriffe wie etwa "verunglimpfen", "problematisch", "missmutig", usw. ein Schreiber verwendet hat. Und zwar im Vergleich zu einem anderen Schreiber, der deutlich mehr positive Begriffe verwendet, indem er Begriffe wie "leicht", "Herausforderung", "beeindruckend", "förderlich", "bereichernd", "lächelnd" usw. einsetzt. Und zudem passive Formulierungen unterlässt, dafür eine warme Bildsprache pflegt.
Analoge Kommunikation geht über das Wort hinaus.
Doch wir haben ja nicht nur das Wort allein. Sondern auch den Ton dazu, der die Musik macht: den ganzen Bereich der analogen Kommunikation. Es ist vor allem die Körpersprache, mit der wir subjektive Einstellungen und Sichtweisen vermitteln ("Mein Fisch war soooo groß"): Durch Blick, Mimik, Gestik, Körperhaltung. Analog kommunizieren wir auch parasprachlich, zum Beispiel durch die Lautstärke, die Sprechgeschwindigkeit, die Betonung usw.
Vielfach ist unsere verbale Kommunikation unserer Sinneswahrnehmungen analog: Wir sagen beim Riechen fast immer: Hier riecht es wie nach/bei/damals/in... Auch bei der Verbalisierung akustischer, optischer oder haptischer (Berührungs-) Empfindungen äußern wir meist einen relativen Eindruck im Verhältnis zum Üblichen oder Angenehmen: Hier ist es zu laut, zu hell, zu eng...
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Kommunikative Kompetenz. GABAL Verlag.
Dienstag, 23. März 2010
Inhalt vs. Beziehung
"Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt" heißt das zweite berühmte 'Axiom' des Kommunikationsforschers Paul Watzlawick.
Neben der inhaltlichen Aussage schwingt in vielen Äußerungen mit, was wir nebenbei noch ausdrücken wollen: "Da bist du ja endlich wieder" heißt ja nicht nur: 'Ich sehe dich, du bist also zurück. Aha.' Sondern es heißt vielmehr: 'Du hast mir gefehlt, ich habe mir schon langsam Sorgen gemacht, schön, dass ich dich jetzt wieder in meiner Nähe habe, ich freue mich über deine Anwesenheit.'
Dabei gilt: Die Beziehungsebene dominiert die Inhaltsebene.
Jede Kommunikation enthält eine Botschaft von A zu B, wobei ein Inhalt vermittelt wird. Nun findet Kommunikation ja stets zwischen Menschen statt, "die sich etwas zu sagen haben". Sei es der Austausch zwischen Verkäufer und Kunde, zwischen Arzt und Patient, Lehrer und Schüler, zwischen Verliebten oder Kollegen. Stets ist die Beziehung der beiden zueinander bedeutender als der sachliche Inhalt des Übermittelten.
Man sollte sich stets vor Augen führen, dass der Inhaltsaspekt im Vergleich zum Beziehungsaspekt meist in den Hintergrund gerät (Ausnahmen sind rein technische Informationen, wie zum Beispiel zwischen Fluglotsen und Piloten). Wie oft jedoch wird übersehen, dass wir Menschen keine befehlsorientierten Roboter sind, sondern gefühlsgesteuerte Lebewesen, die vielfach ihr Selbstwertgefühl aus der aktuellen Kommunikationskultur beziehen.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Kommunikative Kompetenz. GABAL Verlag
Neben der inhaltlichen Aussage schwingt in vielen Äußerungen mit, was wir nebenbei noch ausdrücken wollen: "Da bist du ja endlich wieder" heißt ja nicht nur: 'Ich sehe dich, du bist also zurück. Aha.' Sondern es heißt vielmehr: 'Du hast mir gefehlt, ich habe mir schon langsam Sorgen gemacht, schön, dass ich dich jetzt wieder in meiner Nähe habe, ich freue mich über deine Anwesenheit.'
Dabei gilt: Die Beziehungsebene dominiert die Inhaltsebene.
Jede Kommunikation enthält eine Botschaft von A zu B, wobei ein Inhalt vermittelt wird. Nun findet Kommunikation ja stets zwischen Menschen statt, "die sich etwas zu sagen haben". Sei es der Austausch zwischen Verkäufer und Kunde, zwischen Arzt und Patient, Lehrer und Schüler, zwischen Verliebten oder Kollegen. Stets ist die Beziehung der beiden zueinander bedeutender als der sachliche Inhalt des Übermittelten.
Man sollte sich stets vor Augen führen, dass der Inhaltsaspekt im Vergleich zum Beziehungsaspekt meist in den Hintergrund gerät (Ausnahmen sind rein technische Informationen, wie zum Beispiel zwischen Fluglotsen und Piloten). Wie oft jedoch wird übersehen, dass wir Menschen keine befehlsorientierten Roboter sind, sondern gefühlsgesteuerte Lebewesen, die vielfach ihr Selbstwertgefühl aus der aktuellen Kommunikationskultur beziehen.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Kommunikative Kompetenz. GABAL Verlag
Dienstag, 16. März 2010
"Man kann nicht nicht kommunizieren"
Die Aussage im Titel stammt vom berühmten Kommunikationsforscher Paul Watzlawick. Das ebenso berühmte Beispiel dazu:
Selbst die minimalste Kommunikation - auf der Parkbank sitzt ein toter Mensch - kommuniziert noch diese Botschaft: dass hier ein Toter auf der Parkbank sitzt (eine nicht beabsichtigte nicht verbale Kommunikation, die erhebliche Aufregung und Aufmerksamkeit erzeugen kann).
Aber auch bei weniger makabren Situationen gilt stets der Satz, dass es unmöglich ist, nicht zu kommunizieren. Wenn Sie schweigen ebenso wie wenn Sie sich entfernen, wenn Sie das Thema wechseln ebenso wie wenn Sie sich umdrehen (Ausnahme-Illusion: Als Kinder glauben wir noch tatsächlich daran, dass wenn wir uns selbst die Augen zuhalten, wir für alle anderen unsichtbar sind).
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Kommunikative Kompetenz. GABAL Verlag
Selbst die minimalste Kommunikation - auf der Parkbank sitzt ein toter Mensch - kommuniziert noch diese Botschaft: dass hier ein Toter auf der Parkbank sitzt (eine nicht beabsichtigte nicht verbale Kommunikation, die erhebliche Aufregung und Aufmerksamkeit erzeugen kann).
Aber auch bei weniger makabren Situationen gilt stets der Satz, dass es unmöglich ist, nicht zu kommunizieren. Wenn Sie schweigen ebenso wie wenn Sie sich entfernen, wenn Sie das Thema wechseln ebenso wie wenn Sie sich umdrehen (Ausnahme-Illusion: Als Kinder glauben wir noch tatsächlich daran, dass wenn wir uns selbst die Augen zuhalten, wir für alle anderen unsichtbar sind).
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan. Kommunikative Kompetenz. GABAL Verlag
Freitag, 26. Februar 2010
Zauberwort "Wir"
Die Kommunikationsformen in der Partnerschaft sind ein entscheidender Faktor für Glück oder Unglück in der Beziehung. Besonders bei Konflikten zeigt die Wortwahl der Partner an, ob eine Lösung gefunden wird oder Dauerstreit vorprogrammiert ist.
Zentral ist dabei das Wörtchen 'Wir' in allen seinen Formen. Forscher der University of California in Berkeley fanden heraus: Je öfter beide Partner in Konfliktsituationen 'wir', 'uns', 'unser' benutzten, desto häufiger schafften sie es, ihre Konflikte schnell beizulegen. Zudem war das Stressniveau beider Partner, gemessen durch Selbstberichte und Hormonspiegel, bedeutend niedriger.
Das Forscherteam um Prof. Robert Levenson fand außerdem, dass Partner, die Ihre 'Individualität' betonten (also häufig Wörter wie 'Ich', 'du', 'mich' verwendeten), in ihrer Ehe oder Partnerschaft insgesamt unglücklicher waren.
Paare, die länger zusammen lebten, benutzten auch öfter Ausdrücke, die das Gemeinsame in der Beziehung betonen. Und sie waren im Durchschnitt auch glücklicher. Levenson und sein Kollege Benjamin Seidel vermuten, dass die gemeinsame Überwindung von Hindernissen und gemeinsam erlebtes Glück sowohl die Kommunikation, als auch das Wir-Gefühl verändern. Beide Faktoren wirken sich wiederum positiv auf die Beziehungsqualität aus.
Für kleine wie große Konflikte in der Beziehung ist die Botschaft eindeutig: Benutzen Sie wo es geht das Wort 'Wir', beziehen Sie Ihren Partner mit ein und machen Sie ihm/ihr klar, dass Sie eine Einheit sind. Das schweißt zusammen!
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: UC Berkeley (2010). Couples who say 'we' do better at resolving conflicts. ScienceDaily. Retrieved February 17, 2010
Zentral ist dabei das Wörtchen 'Wir' in allen seinen Formen. Forscher der University of California in Berkeley fanden heraus: Je öfter beide Partner in Konfliktsituationen 'wir', 'uns', 'unser' benutzten, desto häufiger schafften sie es, ihre Konflikte schnell beizulegen. Zudem war das Stressniveau beider Partner, gemessen durch Selbstberichte und Hormonspiegel, bedeutend niedriger.
Das Forscherteam um Prof. Robert Levenson fand außerdem, dass Partner, die Ihre 'Individualität' betonten (also häufig Wörter wie 'Ich', 'du', 'mich' verwendeten), in ihrer Ehe oder Partnerschaft insgesamt unglücklicher waren.
Paare, die länger zusammen lebten, benutzten auch öfter Ausdrücke, die das Gemeinsame in der Beziehung betonen. Und sie waren im Durchschnitt auch glücklicher. Levenson und sein Kollege Benjamin Seidel vermuten, dass die gemeinsame Überwindung von Hindernissen und gemeinsam erlebtes Glück sowohl die Kommunikation, als auch das Wir-Gefühl verändern. Beide Faktoren wirken sich wiederum positiv auf die Beziehungsqualität aus.
Für kleine wie große Konflikte in der Beziehung ist die Botschaft eindeutig: Benutzen Sie wo es geht das Wort 'Wir', beziehen Sie Ihren Partner mit ein und machen Sie ihm/ihr klar, dass Sie eine Einheit sind. Das schweißt zusammen!
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: UC Berkeley (2010). Couples who say 'we' do better at resolving conflicts. ScienceDaily. Retrieved February 17, 2010
Dienstag, 23. Februar 2010
Kommunikation und Empathie
Vielen Leuten gehen Leute auf die Nerven, die Aussagesätze wie Fragen aussprechen? Allerdings zeigt eine neue Studie der University of Southern California: Die Fähigkeit, während des Sprechens die Intonation zu variieren ist ein Zeichen von großem Einfühlungsvermögen?
Ein Experiment der Forscherin (mit dem wohlklingenden Namen) Lisa Aziz-Zadeh zeigt einmal mehr, dass bei der Kommunikation oft genug der Ton die Musik macht. Versuchsteilnehmer, die in solchen Hirnarealen verstärkte Aktivität zeigten, die für die Prosodie (sprich: die Sprachmelodie) zuständig sind, schnitten auch besser in einem Test zu Empathie und sozialem Verständnis ab.
Logisch, denn über die Sprachmelodie wird, genau wie über die nonverbalen Kommunikationskanäle, nicht so sehr der Inhalt einer Botschaft übermittelt, sondern vielmehr der emotionale Gehalt unserer Äußerungen. Und der ist eigentlich in den meisten Situationen viel wichtiger für unsere Kommunikationspartner.
Derzeit erforscht Aziz-Zadeh Möglichkeiten, soziales Verständnis über Sprache zu trainieren.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Lisa Aziz-Zadeh, Tong Sheng, Anahita Gheytanchi (2010). Common Premotor Regions for the Perception and Production of Prosody and Correlations with Empathy and Prosodic Ability. PLoS ONE, 2010; 5 (1)
Ein Experiment der Forscherin (mit dem wohlklingenden Namen) Lisa Aziz-Zadeh zeigt einmal mehr, dass bei der Kommunikation oft genug der Ton die Musik macht. Versuchsteilnehmer, die in solchen Hirnarealen verstärkte Aktivität zeigten, die für die Prosodie (sprich: die Sprachmelodie) zuständig sind, schnitten auch besser in einem Test zu Empathie und sozialem Verständnis ab.
Logisch, denn über die Sprachmelodie wird, genau wie über die nonverbalen Kommunikationskanäle, nicht so sehr der Inhalt einer Botschaft übermittelt, sondern vielmehr der emotionale Gehalt unserer Äußerungen. Und der ist eigentlich in den meisten Situationen viel wichtiger für unsere Kommunikationspartner.
Derzeit erforscht Aziz-Zadeh Möglichkeiten, soziales Verständnis über Sprache zu trainieren.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Lisa Aziz-Zadeh, Tong Sheng, Anahita Gheytanchi (2010). Common Premotor Regions for the Perception and Production of Prosody and Correlations with Empathy and Prosodic Ability. PLoS ONE, 2010; 5 (1)
Freitag, 8. Januar 2010
Zusammen in Perfektion - Der Michelangelo-Effekt
Ist das wirklich Thomas? Dieser treuherzige, aber so oft missmutige und zynische Mensch, dem ich täglich in der Cafeteria begegne? Seit einiger Zeit sieht er den anderen in die Augen, er wirkt richtig freundlich, sein Humor ist sogar sehr gut, irgendwie nicht verletzend und optimistisch. Seit er mit Sarah zusammen ist. Die übrigens in letzter Zeit sehr viel ruhiger ist. Nicht mehr so unangenehm ausgeflippt. Hm, gibt es da einen Zusammenhang?
Möglicherweise. In einem Gedankenexperiment könnte man sich Sarah und Thomas als Bildhauer vorstellen, die langsam, aber stetig einen Marmorblock bearbeiten, bis die wunderschöne Skulptur zum Vorschein kommt, die tief dort drin schlummert. Ein kürzlich veröffentlichter Artikel über das 'Michelangelo-Phänomen' gibt vielen Menschen wieder Anlass zur Hoffnung, ihren Partner doch noch ein Stück weit zum Besten verändern zu können: Wenn beide Partner nämlich das Idealbild vom jeweils anderen fördern, dann entwickeln sich nicht nur die beteiligten Menschen selbst, sondern auch das, was beide verbindet: Partnerschaft und Liebe. Die 'Bildhauerei' passiert dabei weitgehend unbewusst.
Allerdings hat nicht jeder Mensch das gleiche Talent zur Bildhauerei. Voraussetzung ist, dass man sich in den Partner einfühlen kann und erfolgreich seine Träume und Wünsche, eben das Ideal-Selbstbild, das er/sie von sich hat, erkennt. Um dann im zweiten Schritt ihn/sie langsam hinsichtlich seiner/ihrer Wünsche zu fördern. Wie gesagt: Die Förderung muss gar nicht bewusst passieren. Hauptsache, man kennt und akzeptiert das Ideal-Selbstbild des Partners. Hat man sich mit diesem angefreundet, fördert man es oft 'wie von selbst'.
Und auch nicht jeder 'Marmorblock' eignet sich gleich gut zur Bildhauerei. Es ist selbstverständlich schwierig, die Träume eines Partners fördern zu wollen, der relativ verschlossen ist und nur selten über die Dinge spricht, die er erreichen oder verbessern will. So paradox das klingen mag: Hier sind oft genau die Zeiten hilfreich, wenn es dem schweigsamen Partner sichtlich schlecht geht. Auch wenn Sie auf die Frage 'Was ist denn los mit dir' mit großer Wahrscheinlichkeit zunächst so etwas zurück bekommen wie: 'Garnichts. Was soll schon sein?' Geben Sie nicht zu früh auf. Fragen Sie zum Beispiel: 'Wenn du jetzt irgendetwas an deinem Leben ändern könntest, was würde das sein?' oder: 'Was kann ICH tun, damit du nicht mehr so unglücklich rumsitzt? Und was kannst DU tun?'
Die einzige Voraussetzung, die der Michelangelo-Effekt zur Entfaltung braucht ist also eine gelungene Kommunikation. Der Rest geschieht fast von selbst.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Northwestern University / Eurekalert. The Michelangelo Phenomenon. Current Directions in Psychological Science, December 2009
Möglicherweise. In einem Gedankenexperiment könnte man sich Sarah und Thomas als Bildhauer vorstellen, die langsam, aber stetig einen Marmorblock bearbeiten, bis die wunderschöne Skulptur zum Vorschein kommt, die tief dort drin schlummert. Ein kürzlich veröffentlichter Artikel über das 'Michelangelo-Phänomen' gibt vielen Menschen wieder Anlass zur Hoffnung, ihren Partner doch noch ein Stück weit zum Besten verändern zu können: Wenn beide Partner nämlich das Idealbild vom jeweils anderen fördern, dann entwickeln sich nicht nur die beteiligten Menschen selbst, sondern auch das, was beide verbindet: Partnerschaft und Liebe. Die 'Bildhauerei' passiert dabei weitgehend unbewusst.
Allerdings hat nicht jeder Mensch das gleiche Talent zur Bildhauerei. Voraussetzung ist, dass man sich in den Partner einfühlen kann und erfolgreich seine Träume und Wünsche, eben das Ideal-Selbstbild, das er/sie von sich hat, erkennt. Um dann im zweiten Schritt ihn/sie langsam hinsichtlich seiner/ihrer Wünsche zu fördern. Wie gesagt: Die Förderung muss gar nicht bewusst passieren. Hauptsache, man kennt und akzeptiert das Ideal-Selbstbild des Partners. Hat man sich mit diesem angefreundet, fördert man es oft 'wie von selbst'.
Und auch nicht jeder 'Marmorblock' eignet sich gleich gut zur Bildhauerei. Es ist selbstverständlich schwierig, die Träume eines Partners fördern zu wollen, der relativ verschlossen ist und nur selten über die Dinge spricht, die er erreichen oder verbessern will. So paradox das klingen mag: Hier sind oft genau die Zeiten hilfreich, wenn es dem schweigsamen Partner sichtlich schlecht geht. Auch wenn Sie auf die Frage 'Was ist denn los mit dir' mit großer Wahrscheinlichkeit zunächst so etwas zurück bekommen wie: 'Garnichts. Was soll schon sein?' Geben Sie nicht zu früh auf. Fragen Sie zum Beispiel: 'Wenn du jetzt irgendetwas an deinem Leben ändern könntest, was würde das sein?' oder: 'Was kann ICH tun, damit du nicht mehr so unglücklich rumsitzt? Und was kannst DU tun?'
Die einzige Voraussetzung, die der Michelangelo-Effekt zur Entfaltung braucht ist also eine gelungene Kommunikation. Der Rest geschieht fast von selbst.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Northwestern University / Eurekalert. The Michelangelo Phenomenon. Current Directions in Psychological Science, December 2009
Dienstag, 29. Dezember 2009
Wie Sie sich selbst kommunikativ positiv beeinflussen können
Sie können sich durch einige kommunikative Strategien selbst positiv beeinflussen. Kommunikative Selbstkompetenz ist aktives Selbstmanagement.
Bitte lächeln
Gelegentliches Lächeln hilft Ihnen, die eigene Stimmung zu heben. Das Unterbewusstsein kennt weder Zeit (vorher/nachher) noch Kausalität (Gibt es eigentlich einen realen Grund zum Lächeln?). Somit ist es Ihrem Unterbewusstsein schlichtweg egal, ob Sie grundlos oder begründet lächeln. Aber: Wenn Sie lächeln, erzeugt Ihr Unterbewusstsein gerade die Gefühle des Wohlbefindens, die ansonsten mit Lächeln gekrönt werden.
Affirmationen
"Mir geht es von Tag zu Tag besser", empfahl der Apotheker Emil Cue einst seinen kranken Kunden als morgendliche Affirmation. Es wirkte. Und wurde zur Grundlage des später von I.H. Schulz entwickelten autogenen Trainings, das heute noch zur Entspannung eingesetzt wird. Der Ton macht die Musik. Ihre Haltung beeinflusst Ihre innere Haltung. Und wenn Sie gerade keine förderlichen Außenreize haben, denken Sie sich erfolgsorientiert. Formelhafte Vorsatzbildung heißt diese Technik auch. Dabei kreieren Sie sich einen positiv formulierten Ein- oder Zweizeiler, den Sie sich im entspannten Zustand wie ein Mantra immer wieder selbst vorsagen. Zu den Erfolgsregeln gehört, dass Sie keine Verneinung (kein 'nein', kein 'nicht') verwenden.
Nicken
Wie finden Sie die Idee, morgen nach dem Abendessen einen Spaziergang zu machen? Wenn Sie beim Lesen dieses Vorschlags nicken, werden Sie davon eher überzeugt sein, als wenn Sie nicht nicken oder gar den Kopf schütteln. In einer Untersuchung in Ohio fand man 2003 heraus, dass Nicken eine Art nichtsprachliche Kommunikation mit sich selbst darstellt, womit man sich vom Gehörten oder Gelesenen stärker überzeugt. Umso überzeugender kann man dies dann anderen vermitteln.
gepostet i.A von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan (2005). Kommunikative Kompetenz. Gabal Verlag
Bitte lächeln
Gelegentliches Lächeln hilft Ihnen, die eigene Stimmung zu heben. Das Unterbewusstsein kennt weder Zeit (vorher/nachher) noch Kausalität (Gibt es eigentlich einen realen Grund zum Lächeln?). Somit ist es Ihrem Unterbewusstsein schlichtweg egal, ob Sie grundlos oder begründet lächeln. Aber: Wenn Sie lächeln, erzeugt Ihr Unterbewusstsein gerade die Gefühle des Wohlbefindens, die ansonsten mit Lächeln gekrönt werden.
Affirmationen
"Mir geht es von Tag zu Tag besser", empfahl der Apotheker Emil Cue einst seinen kranken Kunden als morgendliche Affirmation. Es wirkte. Und wurde zur Grundlage des später von I.H. Schulz entwickelten autogenen Trainings, das heute noch zur Entspannung eingesetzt wird. Der Ton macht die Musik. Ihre Haltung beeinflusst Ihre innere Haltung. Und wenn Sie gerade keine förderlichen Außenreize haben, denken Sie sich erfolgsorientiert. Formelhafte Vorsatzbildung heißt diese Technik auch. Dabei kreieren Sie sich einen positiv formulierten Ein- oder Zweizeiler, den Sie sich im entspannten Zustand wie ein Mantra immer wieder selbst vorsagen. Zu den Erfolgsregeln gehört, dass Sie keine Verneinung (kein 'nein', kein 'nicht') verwenden.
Nicken
Wie finden Sie die Idee, morgen nach dem Abendessen einen Spaziergang zu machen? Wenn Sie beim Lesen dieses Vorschlags nicken, werden Sie davon eher überzeugt sein, als wenn Sie nicht nicken oder gar den Kopf schütteln. In einer Untersuchung in Ohio fand man 2003 heraus, dass Nicken eine Art nichtsprachliche Kommunikation mit sich selbst darstellt, womit man sich vom Gehörten oder Gelesenen stärker überzeugt. Umso überzeugender kann man dies dann anderen vermitteln.
gepostet i.A von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan (2005). Kommunikative Kompetenz. Gabal Verlag
Dienstag, 8. Dezember 2009
Empathisch kommunizieren - Fragearten
Sicher ist Ihnen die Formel "Wer fragt, der führt" geläufig. Und trotz aller Abnutzungserscheinungen dieses immer wieder zitierten Mottos stimmt es immer noch: Jeder kluge Richter oder Arzt, Coach oder Verkäufer, Handwerker oder Diplomat wird dann den meisten Erfolg ernten, wenn er zielgerichtet fragt, was sein Gegenüber auf dem Herzen hat, was der andere will.
Fragearten
Je nach Intention können Sie Fragen ganz unterschiedlicher Form stellen:
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan (2005). Kommunikative Kompetenz. Gabal Verlag
Fragearten
Je nach Intention können Sie Fragen ganz unterschiedlicher Form stellen:
- So will die Suggestivfrage manipulieren: "Da sind Sie doch sicher meiner Meinung?"
- Die rhetorische Frage erwartet keine Antwort: "Ja, da kann man halt nichts machen, oder?"
- Die Gegenfrage ist beliebt, wenn einem keine Antwort einfällt: "Und wie halten Sie es selbst?"
- Die Alternativfrage ist bei Verkäufern sehr beliebt, um zum Abschluss zu gelangen. Davon ausgehend, dass der Kunde sowieso einen Wagen kauft, fragt der Autoverkäufer: "Hätten Sie lieber die Automatik- oder die Schaltversion?"
- Die reflektierende Frage will Kommunikationsstörungen beheben helfen: "Sie haben also seit Tagen schon das Gefühl, das ganze Team rede irgendwie aneinander vorbei?"
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lermer, Stephan (2005). Kommunikative Kompetenz. Gabal Verlag