
Das zeigten jetzt eindrucksvoll Psychologen um Sarah Master von der University of California in Los Angeles. Sie baten Paare zu einem heiklen Experiment ins Labor: Den Frauen wurden unter verschiedenen Bedingungen (langfristig harmlose) Schmerzreize verabreicht: Einmal hielten die jeweiligen Partner dabei ihre Hand oder sie durften ein Bild ihres Partners ansehen. In anderen Bedingungen hielt der männliche Versuchsleiter ihre Hand oder sie sahen ein Porträt eines fremden Mannes, der ihrem eigenen Partner entfernt ähnlich sah. In weiteren drei Bedingungen hielten die Frauen während des Schmerzes einen Quetschball, sahen Objekte auf einem Computerbildschirm oder einfach gar nichts.
Das Ergebnis: Einzig in den beiden Bedingungen, in denen der Partner physisch anwesend war oder sie sein Gesicht betrachteten, fühlten die Frauen weniger Schmerzen. Kein anderer Mann und kein sonstiger Reiz war also in der Lage, sie so gut von ihren Schmerzen abzuhalten wie ihr Partner das konnte - einfach indem er 'für sie da war'.
Sarah Master und ihre Kollegen vermuten, dass die Bilder und die physische Anwesenheit der Partner mentale Konstrukte aktivieren, die den Frauen ein Gefühl von Unterstützung, Geliebtwerden und Sicherheit vermitteln. Soziale Unterstützung ist generell wichtig, wenn schlimme Lebensereignisse, Stress oder Schmerzen bekämpft und verarbeitet werden sollen. Sich an nahe Bezugspersonen zu wenden, wenn es einem schlecht geht, ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil: Es ist eine wirkungsvolle Strategie, um effektiv mit negativen Dingen fertig zu werden.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Master, SL et al. (2009). A Picture's Worth. Partner Photographs Reduce Experimentally Induced Pain. Psychological Science, 20, 1316-1318