Fernsehen informiert und amüsiert. Es verschafft uns wichtige Anregungen und ist in der Lage, unsere Stimmung zu beeinflussen. Und nicht zuletzt fördert es unsere Selbstwirksamkeit und Entscheidungsfreude, sofern wir (und nicht unsere nächsten Angehörigen) die Macht über die Fernbedienung haben. Soweit zur Theorie.
In der Praxis zeigt sich nun ein erstaunlicher Befund: Forscher der University of Pittsburgh nahmen den TV-Konsum genauer unter die Lupe und verglichen die tägliche Fernsehzeit von Jugendlichen mit dem Risiko, eine Depression zu entwickeln. Die insgesamt 4142 Jugendlichen notierten dabei über 7 Jahre hinweg, also bis ins junge Erwachsenenalter ihre Gewohnheiten im Umgang mit Medien.
Die Teilnehmer, die zu Beginn der Studie keine depressiven Symptome aufwiesen, waren durchschnittlich für 5,68 Stunden täglich Medien ausgesetzt. 2,14 Stunden verbrachten sie davon mit fernsehen.
Gemäß der Studie führte schon ein geringfügig höherer TV-Konsum zu einem kleinen, aber bedeutenden Anstieg des Depressionsrisikos, insbesondere bei männlichen Jugendlichen.
Die Forscher um Brian Primack vermuten, dass die durch den vermehrten TV-Konsum verringerten sozialen Kontakte für das höhere Depressionsrisiko verantwortlich sind. Auch mangelnde kommunikative Fertigkeiten infolge einseitiger Rezeption der Inhalte wäre ein möglicher Grund. Durch die fortwährende Präsentation "perfekter" Menschen im TV würden sich außerdem Selbstwertprobleme einstellen.
Eine wichtige Rolle scheint vor allem die Auswahl der TV-Inhalte zu spielen. Man sollte im Allgemeinen eher solche medialen Happen genießen, die man auch verdauen kann. Außerdem sollte man sich mit den aufgenommenen Informationen kritisch auseinander setzen - am besten im Dialog mit wichtigen Bezugspersonen. So schult man die eigenen kommunikativen Kompetenzen.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Primack, B. et al. (2009). Association between media use in adolescence and depression in young adulthood: a longitudinal study. Archives of general Psychiatry, 66, pp. 181-188
Donnerstag, 16. April 2009
Mittwoch, 15. April 2009
Wie kann ein Mensch so etwas tun?
"No Angel" Nadja Benaissa soll trotz ihrer HIV-Infektion ungeschützten Sex mit Männern gehabt haben. Dr. Stephan Lermer im Interview mit Radio FFH über die psychologischen Hintergründe der Taten:
Mehr Informationen auf der Homepage von
HIT Radio FFH
Dienstag, 14. April 2009
Depressiv aus Nächstenliebe?
Eine wohltätige Spende hilft in der Regel nicht nur dem Empfänger, sondern auch dem Geber.
Während der Empfänger von der materiellen Unterstützung profitiert, genießt der Spender das Gefühl, Hilfe geleistet zu haben - Selbstwert und Selbstwirksamkeit werden gesteigert. Das schafft kurzfristig positive Gefühle und bildet langfristig eine gute Grundlage für Sinnempfinden und ein reiches Sozialleben.
Psychologische und soziologische Forschung bescheinigt Menschen, die sich derart altruistisch verhaltenin der Regel auch ein glücklicheres Leben. So weit, so gut. Ein diskussionswürdiges Ergebnis lieferte jetzt allerdings eine Studie mit Daten des National Survey of Midlife Development in the U.S.: Regelmäßige Spender haben ein 2,6-faches Risiko, an Depressionen zu erkranken.
Ein möglicher Grund für die die Aufsehen erregenden Daten ist, dass bereits vor der Depression bestehende Schuldgefühle die 'Anfälligkeit' für Spendenbereitschaft erhöhen. Damit wäre die Spendenbereitschaft ein 'Symptom' einer depressiven Grunderkrankung, das auftreten kann, aber nicht muss. Denkbar wäre auch , dass der verringerte Selbstwert, der oft mit depressiven Erkrankungen einhergeht, das Ablehnen von Spendenanfragen verhindert. Oder dass das Spenden eine Art 'Eigentherapie' darstellt, die depressive Schuldgefühle verringern kann.
Eine wichtiges Manko der Studie ist allerdings, dass die Forscher nur Geldspender untersuchten. Direkte, aktive Hilfe sowie emotionale Zuwendung zu Bedürftigen wurden nicht in die Analyse miteinbezogen.
Hier zeigt die psychologische Forschung allerdings konsistent, dass tätige Hilfe und emotionale Unterstützung vor Depressionen und Ängsten schützen. Wie unser Blog-Beitrag vom 3.3.09 zeigt, haben auch Geldspenden normaler Weise langfristige positive Folgen für den Spender. Die Forschung ist in diesem Gebiet wohl etwas inkonsistent.
Vielleicht sollte man vor der nächsten Geldspende einfach kurz seine Motive hinterfragen. Hier kann eine Visualisierung der Ergebnisse nützlich sein: Stellen Sie sich vor, was mit dem Geld gemacht wird, wo es hinkommt, wer es erhält. Wenn Sie dabei Freude und Mitgefühl empfinden: Füllen Sie den Spendentopf. Falls Sie Erleichterung oder Schuld verspüren: Kaufen Sie sich selbst etwas Schönes und nehmen Sie sich die Zeit, aktiv tätig und unmittelbar zu helfen. Denn das schützt vor Depressionen, so viel ist wenigstens sicher!
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Fujiwara, T. et al (2009). Is altruistic behavior associated with major depression onset? PLoS ONE, 4(2), e4557
Während der Empfänger von der materiellen Unterstützung profitiert, genießt der Spender das Gefühl, Hilfe geleistet zu haben - Selbstwert und Selbstwirksamkeit werden gesteigert. Das schafft kurzfristig positive Gefühle und bildet langfristig eine gute Grundlage für Sinnempfinden und ein reiches Sozialleben.
Psychologische und soziologische Forschung bescheinigt Menschen, die sich derart altruistisch verhaltenin der Regel auch ein glücklicheres Leben. So weit, so gut. Ein diskussionswürdiges Ergebnis lieferte jetzt allerdings eine Studie mit Daten des National Survey of Midlife Development in the U.S.: Regelmäßige Spender haben ein 2,6-faches Risiko, an Depressionen zu erkranken.
Ein möglicher Grund für die die Aufsehen erregenden Daten ist, dass bereits vor der Depression bestehende Schuldgefühle die 'Anfälligkeit' für Spendenbereitschaft erhöhen. Damit wäre die Spendenbereitschaft ein 'Symptom' einer depressiven Grunderkrankung, das auftreten kann, aber nicht muss. Denkbar wäre auch , dass der verringerte Selbstwert, der oft mit depressiven Erkrankungen einhergeht, das Ablehnen von Spendenanfragen verhindert. Oder dass das Spenden eine Art 'Eigentherapie' darstellt, die depressive Schuldgefühle verringern kann.
Eine wichtiges Manko der Studie ist allerdings, dass die Forscher nur Geldspender untersuchten. Direkte, aktive Hilfe sowie emotionale Zuwendung zu Bedürftigen wurden nicht in die Analyse miteinbezogen.
Hier zeigt die psychologische Forschung allerdings konsistent, dass tätige Hilfe und emotionale Unterstützung vor Depressionen und Ängsten schützen. Wie unser Blog-Beitrag vom 3.3.09 zeigt, haben auch Geldspenden normaler Weise langfristige positive Folgen für den Spender. Die Forschung ist in diesem Gebiet wohl etwas inkonsistent.
Vielleicht sollte man vor der nächsten Geldspende einfach kurz seine Motive hinterfragen. Hier kann eine Visualisierung der Ergebnisse nützlich sein: Stellen Sie sich vor, was mit dem Geld gemacht wird, wo es hinkommt, wer es erhält. Wenn Sie dabei Freude und Mitgefühl empfinden: Füllen Sie den Spendentopf. Falls Sie Erleichterung oder Schuld verspüren: Kaufen Sie sich selbst etwas Schönes und nehmen Sie sich die Zeit, aktiv tätig und unmittelbar zu helfen. Denn das schützt vor Depressionen, so viel ist wenigstens sicher!
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Fujiwara, T. et al (2009). Is altruistic behavior associated with major depression onset? PLoS ONE, 4(2), e4557
Donnerstag, 9. April 2009
Unsere unterbewusste Alarmanlage
Schon bevor ein Pianist einen Fehler macht, bemerkt sein Gehirn, dass etwas schief läuft und versucht den Fehler zu korrigieren. Übersinnlich? Nein, eher "unterbewusst".
Forscher des Max Planck Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften wollten herausfinden, zu welchem Zeitpunkt bei der Handlungsplanung vom Gehirn Fehler entdeckt werden. Mit einem erstaunlichen Ergebnis: Die Fehler werden bereits vor der Ausführung entdeckt.
Sie schlossen für ihre Untersuchung Klavierspieler an ein EEG-Geraät an. Mit Hilfe von EEG können auf der Kopfoberfläche Spannungsschwankungen erfasst werden, die neuronale Aktivität in bestimmten Hirnregionen widerspiegeln. Durch die gute zeitliche Auflösung des Verfahrens kann man dem Gehirn praktisch wie bei einem Livestream "online" beim Arbeiten zusehen.
Während die Klavierspieler Tonleitern übten, zeichneten die Wissenschaftler ihre Gehirnaktivität auf. Bis zu 100 Millisekunden, bevor die Pianisten einen Fehler machten, änderten sich dabei die Muster in bestimmten Hirnregionen, vermutlich solchen, die für motorische Handlungsplanung oder Gedächtnis zuständig sind.
Die Untersuchung verdeutlicht ein Prinzip, das sich über viele Situationen und Handlungen erstreckt: Die meisten unserer Aktionen und Reaktionen laufen zunächst unbewusst ab, erst danach werden sie bewusst überdacht und können eventuell auch bewusst verhindert werden. Die Forscher sprechen dabei von "Verhaltensinhibition". Ein weiteres Beispiel ist eine Schlange am Wegrand. Wir zucken zurück, bevor wir die Schlange bewusst wahrnehmen! Ist es auf den zweiten Blick eine Gummischlange (diese Einordnung setzt komplizierte Kategorisierungsprozesse unseres Gehirns voraus), können wir uns wieder nähern. Unser ängstliches Verhalten wird damit bewusst 'inhibiert'.
Auch in sozialer Interaktion und Kommunikation sind wir uns unserer Fehler oft nicht bewusst, spüren aber 'intuitiv', dass etwas nicht passt. Diese Intuition kann nachträglich bewusst überprüft werden - sofern man die Gesetze interpersoneller Kommunikation kennt.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Maidhof C, Rieger M, Prinz W, Koelsch S (2009) Nobody Is Perfect: ERP Effects Prior to Performance Errors in Musicians Indicate Fast Monitoring Processes. PLoS ONE 4(4): e5032. doi:10.1371/journal.pone.0005032
Forscher des Max Planck Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften wollten herausfinden, zu welchem Zeitpunkt bei der Handlungsplanung vom Gehirn Fehler entdeckt werden. Mit einem erstaunlichen Ergebnis: Die Fehler werden bereits vor der Ausführung entdeckt.
Sie schlossen für ihre Untersuchung Klavierspieler an ein EEG-Geraät an. Mit Hilfe von EEG können auf der Kopfoberfläche Spannungsschwankungen erfasst werden, die neuronale Aktivität in bestimmten Hirnregionen widerspiegeln. Durch die gute zeitliche Auflösung des Verfahrens kann man dem Gehirn praktisch wie bei einem Livestream "online" beim Arbeiten zusehen.
Während die Klavierspieler Tonleitern übten, zeichneten die Wissenschaftler ihre Gehirnaktivität auf. Bis zu 100 Millisekunden, bevor die Pianisten einen Fehler machten, änderten sich dabei die Muster in bestimmten Hirnregionen, vermutlich solchen, die für motorische Handlungsplanung oder Gedächtnis zuständig sind.
Die Untersuchung verdeutlicht ein Prinzip, das sich über viele Situationen und Handlungen erstreckt: Die meisten unserer Aktionen und Reaktionen laufen zunächst unbewusst ab, erst danach werden sie bewusst überdacht und können eventuell auch bewusst verhindert werden. Die Forscher sprechen dabei von "Verhaltensinhibition". Ein weiteres Beispiel ist eine Schlange am Wegrand. Wir zucken zurück, bevor wir die Schlange bewusst wahrnehmen! Ist es auf den zweiten Blick eine Gummischlange (diese Einordnung setzt komplizierte Kategorisierungsprozesse unseres Gehirns voraus), können wir uns wieder nähern. Unser ängstliches Verhalten wird damit bewusst 'inhibiert'.
Auch in sozialer Interaktion und Kommunikation sind wir uns unserer Fehler oft nicht bewusst, spüren aber 'intuitiv', dass etwas nicht passt. Diese Intuition kann nachträglich bewusst überprüft werden - sofern man die Gesetze interpersoneller Kommunikation kennt.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Maidhof C, Rieger M, Prinz W, Koelsch S (2009) Nobody Is Perfect: ERP Effects Prior to Performance Errors in Musicians Indicate Fast Monitoring Processes. PLoS ONE 4(4): e5032. doi:10.1371/journal.pone.0005032
Mittwoch, 8. April 2009
Vergebung lohnt sich, Rache zahlt sich nicht aus
Wer nach dem Motto 'Auge um Auge - Zahn um Zahn' handelt, ist unzufriedener mit dem eigenen Leben, hat weniger Freunde und wird mit höherer Wahrscheinlichkeit arbeitslos.
Wir alle sind zwar grundsätzlich zur Vergebung fähig, leben aber sehr oft nach dem Motto 'tit-for-tat', sprich: wenn du mir etwas gibst, bekommst du etwas von mir; falls du mir etwas antust, wehe...! Forscher sprechen hier von 'Reziprozität' und sind sich einig, dass reziprokes Verhalten eine wesentliche Determinante sozialer Interaktion ist.
Positives reziprokes Verhalten zeigen wir beispielsweise, wenn uns ein Freund beim Umzug hilft. Wir werden uns bei seinem nächsten Umzug entsprechend revanchieren. Negative Reziprozität äußert sich immer dann, wenn uns irgend jemand etwas 'angetan' hat und wir es ihm mit gleicher oder ähnlicher Münze zurück zahlen. Nach dem Motto: 'Warum sollte ich dem jetzt helfen? Er hat mir doch damals auch nicht geholfen, als ich ihn darum gebeten habe.'
Forscher der Universität Bonn untersuchten nun die Langzeitfolgen negativer Reziprozität in einer groß angelegten Studie (20.000 Teilnehmer im deutschsprachigen Raum). Personen, die sich überwiegend positiv reziprok verhalten und bei negativen Erlebnissen eher vergeben, sind auch eher bereit, mehr als nötig zu arbeiten. Allerdings nur, wenn sie die Kompensation dafür als fair erachten. Prof. Dr. Dohmen von der Universität Maastricht: "Gerade weil sie sehr sensitiv gegenüber Anreizen sind, verdienen sie in der Regel auch mehr Geld."
Überwiegend rachsüchtige Menschen lassen sich dagegen durch Geld weniger motivieren. Selbst Gehaltskürzungen sind hier gefährlich, weil die negativ Reziproken dazu tendieren, die Kürzung durch geringeren Arbeitsaufwand 'zurückzuzahlen'. Prof. Dr. Falk von der Universität Bonn meint, dass es aufgrund dieser theoretischen Überlegungen logisch wäre zu erwarten, dass solche Menschen auch mit größerer Wahrschenlichkeit ihren Job verlieren. Eine Vermutung, die sich nun auch mit den objektiven Daten der Universität Bonn deckt.
Offensichtlich zahlt sich Rache nicht aus. Nicht zuletzt entstehen durch Rachegefühle ja auch Nachteile für den eigenen Körper. Negative Gefühle erzeugen Stressreaktionen, die zu gesundheitlichen Problemen führen. Bevor man also versucht, sich zu rächen und seine negativen Fantasien auszuleben, sollte man sich bewusst entspannen, die Gedanken sammeln, Herausforderungen und Verletzungen mit allen möglichen Alternativen begegnen und nicht zuletzt: Mit jemandem reden (siehe Beitrag vom 7.4.09), wenn man glaubt, dass einem Unrecht widerfahren ist - es zahlt sich aus!
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quellen:
Falk, A. and Dohmen, T. (2009). Vindictiveness does not pay. Science Daily, 09-03-26
Lermer, S. (1996). Immunkraft. Der mentale Weg zur Stärkung der Gesundheit. ECON, 1996, 2. Auflage
Wir alle sind zwar grundsätzlich zur Vergebung fähig, leben aber sehr oft nach dem Motto 'tit-for-tat', sprich: wenn du mir etwas gibst, bekommst du etwas von mir; falls du mir etwas antust, wehe...! Forscher sprechen hier von 'Reziprozität' und sind sich einig, dass reziprokes Verhalten eine wesentliche Determinante sozialer Interaktion ist.
Positives reziprokes Verhalten zeigen wir beispielsweise, wenn uns ein Freund beim Umzug hilft. Wir werden uns bei seinem nächsten Umzug entsprechend revanchieren. Negative Reziprozität äußert sich immer dann, wenn uns irgend jemand etwas 'angetan' hat und wir es ihm mit gleicher oder ähnlicher Münze zurück zahlen. Nach dem Motto: 'Warum sollte ich dem jetzt helfen? Er hat mir doch damals auch nicht geholfen, als ich ihn darum gebeten habe.'
Forscher der Universität Bonn untersuchten nun die Langzeitfolgen negativer Reziprozität in einer groß angelegten Studie (20.000 Teilnehmer im deutschsprachigen Raum). Personen, die sich überwiegend positiv reziprok verhalten und bei negativen Erlebnissen eher vergeben, sind auch eher bereit, mehr als nötig zu arbeiten. Allerdings nur, wenn sie die Kompensation dafür als fair erachten. Prof. Dr. Dohmen von der Universität Maastricht: "Gerade weil sie sehr sensitiv gegenüber Anreizen sind, verdienen sie in der Regel auch mehr Geld."
Überwiegend rachsüchtige Menschen lassen sich dagegen durch Geld weniger motivieren. Selbst Gehaltskürzungen sind hier gefährlich, weil die negativ Reziproken dazu tendieren, die Kürzung durch geringeren Arbeitsaufwand 'zurückzuzahlen'. Prof. Dr. Falk von der Universität Bonn meint, dass es aufgrund dieser theoretischen Überlegungen logisch wäre zu erwarten, dass solche Menschen auch mit größerer Wahrschenlichkeit ihren Job verlieren. Eine Vermutung, die sich nun auch mit den objektiven Daten der Universität Bonn deckt.
Offensichtlich zahlt sich Rache nicht aus. Nicht zuletzt entstehen durch Rachegefühle ja auch Nachteile für den eigenen Körper. Negative Gefühle erzeugen Stressreaktionen, die zu gesundheitlichen Problemen führen. Bevor man also versucht, sich zu rächen und seine negativen Fantasien auszuleben, sollte man sich bewusst entspannen, die Gedanken sammeln, Herausforderungen und Verletzungen mit allen möglichen Alternativen begegnen und nicht zuletzt: Mit jemandem reden (siehe Beitrag vom 7.4.09), wenn man glaubt, dass einem Unrecht widerfahren ist - es zahlt sich aus!
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quellen:
Falk, A. and Dohmen, T. (2009). Vindictiveness does not pay. Science Daily, 09-03-26
Lermer, S. (1996). Immunkraft. Der mentale Weg zur Stärkung der Gesundheit. ECON, 1996, 2. Auflage
Dienstag, 7. April 2009
Reden hilft
Seit Wochen schon kriselt es. Die Ausprache gestern war eine Farce. Es war falsch, was er behauptet hat. Es war demütigend, verletzend und vor allem falsch. Den ganzen Tag schon plagen Sie Gefühle von Ärger und Enttäuschung.
Beim Mittagessen treffen Sie einen Bekannten. Während des Gesprächs denken Sie an die misslungene Aussprache. Sie sind unkonzentriert. Als Ihr Gesprächspartner es merkt und fragt, was los sei, erzählen Sie es ihm. Er hört gut zu und fragt geschickt und unaufdringlich nach. Nach und nach fühlen Sie sich besser. Sie merken, wie Ihr Ärger und Ihre Enttäuschung nachlassen. Sie beschließen, das Thema noch einmal anzusprechen und eine Lösung zu finden.
Sich den Frust von der Seele zu reden hilft wirklich. Ein Freund, ein Therapeut oder ein Bekannter, der bereit ist, Informationen vertraulich zu behandeln - sie alle können mehr oder weniger helfen, negative Gefühle besser zu verarbeiten und Probleme lösungsorientiert anzugehen oder in einem neuen Licht zu sehen.
Die Hirnforschung bestätigt diese uralte Weisheit jetzt mit Hilfe neurophysiologischer Belege. Forscher der University of California entdeckten Gehirnareale, die für die Emotionsregulation während Gesprächen über negative Sachverhalte verantwortlich sind. Ihre Probanden sahen Bilder von traurigen oder verärgerten Menschen, während ihre Gehirne mittels funktioneller Magnetresonanztomografie untersucht wurden.
Die Probanden hatten zunächst die Aufgabe, den Personen, die sie sahen, Namen zu geben. Anschließend sollten sie die Gefühle der Menschen beschreiben. Im Vergleich zu einer Versuchspersonengruppe, die die Bilder einfach nur beschreiben sollten, war bei den Probanden, die den Bildern Namen gaben, die Amygdala aktiver - eine Gehirnregion, die für das Erkennen von negativen Emotionen und die Reaktion darauf zuständig ist. Sie gaben auch an, stärker emotional von den Bildern betroffen zu sein.
Während der anschließenden Beschreibung der Gefühle der Personen auf den Bildern ging die Amygdala-Aktivität allerdings deutlich zurück - sogar unter das Ausgangsniveau der Gruppe, die die Bilder einfach nur beschreiben sollte und damit keinen persönlichen emotionalen Bezug dazu hatte. Zugleich zeigte der ventrolaterale präfrontale Cortex (VLPC) bei der Beschreibung der Gefühle stärkere Aktivierung.
Der VLPC ist an der Impulskontrolle beteiligt und könnte helfen, starke emotionale Reaktionen zu unterdrücken. Dies könnte wiederum zur Folge haben, dass wir uns beruhigen, Abstand gewinnen und so wieder klar und lösungsorientiert denken können.
In den nächsten Jahren wird die Hirnfoschung weitere grundlegende Erkenntnisse über die Wirkungsweise heilender Gespräche zu Tage fördern. Sicher ist: Über Probleme, Ärger und Enttäuschungen bewusst zu sprechen trägt enorm zu deren Bewältigung bei.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lieberman, M. et al. (2007). Putting feelings into words: Affect labeling disrupts amygdala activity in response to affective stimuli. Psychological Science, 18, pp. 421-428
Beim Mittagessen treffen Sie einen Bekannten. Während des Gesprächs denken Sie an die misslungene Aussprache. Sie sind unkonzentriert. Als Ihr Gesprächspartner es merkt und fragt, was los sei, erzählen Sie es ihm. Er hört gut zu und fragt geschickt und unaufdringlich nach. Nach und nach fühlen Sie sich besser. Sie merken, wie Ihr Ärger und Ihre Enttäuschung nachlassen. Sie beschließen, das Thema noch einmal anzusprechen und eine Lösung zu finden.
Sich den Frust von der Seele zu reden hilft wirklich. Ein Freund, ein Therapeut oder ein Bekannter, der bereit ist, Informationen vertraulich zu behandeln - sie alle können mehr oder weniger helfen, negative Gefühle besser zu verarbeiten und Probleme lösungsorientiert anzugehen oder in einem neuen Licht zu sehen.
Die Hirnforschung bestätigt diese uralte Weisheit jetzt mit Hilfe neurophysiologischer Belege. Forscher der University of California entdeckten Gehirnareale, die für die Emotionsregulation während Gesprächen über negative Sachverhalte verantwortlich sind. Ihre Probanden sahen Bilder von traurigen oder verärgerten Menschen, während ihre Gehirne mittels funktioneller Magnetresonanztomografie untersucht wurden.
Die Probanden hatten zunächst die Aufgabe, den Personen, die sie sahen, Namen zu geben. Anschließend sollten sie die Gefühle der Menschen beschreiben. Im Vergleich zu einer Versuchspersonengruppe, die die Bilder einfach nur beschreiben sollten, war bei den Probanden, die den Bildern Namen gaben, die Amygdala aktiver - eine Gehirnregion, die für das Erkennen von negativen Emotionen und die Reaktion darauf zuständig ist. Sie gaben auch an, stärker emotional von den Bildern betroffen zu sein.
Während der anschließenden Beschreibung der Gefühle der Personen auf den Bildern ging die Amygdala-Aktivität allerdings deutlich zurück - sogar unter das Ausgangsniveau der Gruppe, die die Bilder einfach nur beschreiben sollte und damit keinen persönlichen emotionalen Bezug dazu hatte. Zugleich zeigte der ventrolaterale präfrontale Cortex (VLPC) bei der Beschreibung der Gefühle stärkere Aktivierung.
Der VLPC ist an der Impulskontrolle beteiligt und könnte helfen, starke emotionale Reaktionen zu unterdrücken. Dies könnte wiederum zur Folge haben, dass wir uns beruhigen, Abstand gewinnen und so wieder klar und lösungsorientiert denken können.
In den nächsten Jahren wird die Hirnfoschung weitere grundlegende Erkenntnisse über die Wirkungsweise heilender Gespräche zu Tage fördern. Sicher ist: Über Probleme, Ärger und Enttäuschungen bewusst zu sprechen trägt enorm zu deren Bewältigung bei.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Lieberman, M. et al. (2007). Putting feelings into words: Affect labeling disrupts amygdala activity in response to affective stimuli. Psychological Science, 18, pp. 421-428
Montag, 6. April 2009
München ist Singlehauptstadt
Interview mit Dr. Stephan Lermer, Artikel aus TZ vom 06.04.09.

Verliebt in München? Von wegen! In keiner anderen Stadt gibt es so viele einsame Herzen wie hier. Damit ist München Deutschlands Single-Hauptstadt!
Laut einer Umfrage der Partnervermittlungsagentur Parship leben in München 243.000 Singles - das sind 28,8, Prozent aller Einwohner zwischen 18 und 59 Jahren. Jeder dritte Münchner hat somit keinen Partner.
"Bei uns gibt es zwar mehr Partnerfindungsmöglichkeiten als in anderen Städten, dafür ist die Bindungsbereitschaft geringer", sagt Kommunikationspsychologe Dr. Stephan Lermer aus München. Ein Grund ist das große Freizeitangebot: "Man kann auch als Single viel unternehmen und braucht dafür nicht unbedingt einen Partner."
[...] Insgesamt liegt der Single-Anteil in den deutschen Großstädten deutlich über dem Durchschnitt: Bundesweit lebt nur knapp ein Fünftel der 18-59jährigen ohne Partner.
Quelle: TZ, Jahrgang 41, 6.4.09, Seite 4

Verliebt in München? Von wegen! In keiner anderen Stadt gibt es so viele einsame Herzen wie hier. Damit ist München Deutschlands Single-Hauptstadt!
Laut einer Umfrage der Partnervermittlungsagentur Parship leben in München 243.000 Singles - das sind 28,8, Prozent aller Einwohner zwischen 18 und 59 Jahren. Jeder dritte Münchner hat somit keinen Partner.
"Bei uns gibt es zwar mehr Partnerfindungsmöglichkeiten als in anderen Städten, dafür ist die Bindungsbereitschaft geringer", sagt Kommunikationspsychologe Dr. Stephan Lermer aus München. Ein Grund ist das große Freizeitangebot: "Man kann auch als Single viel unternehmen und braucht dafür nicht unbedingt einen Partner."
[...] Insgesamt liegt der Single-Anteil in den deutschen Großstädten deutlich über dem Durchschnitt: Bundesweit lebt nur knapp ein Fünftel der 18-59jährigen ohne Partner.
Quelle: TZ, Jahrgang 41, 6.4.09, Seite 4
Freitag, 3. April 2009
Neurophysiologische Belege für die Haltbarkeit romantischer Liebe
An ihrem 18. Hochzeitstag fragen gute Bekannte ganz unromantisch und ein bisschen provokativ: "Wie ist das eigentlich mit der romantischen Liebe? Kann man nach so langer Zeit noch 'verliebt' sein?" - "Also wir schon" entgegnet Er. Und Sie ergänzt etwas ausführlicher: "Ja, wenn ich ihn sehe, wird es mir immer noch ab und zu heiß und warm ums Herz - eigentlich wie am Anfang."
Doch die Skepsis bleibt, bis zur Studie der Forscherinnen Bianca Acedvedo und Virginia Saddock von der State University of New York:
Sie fanden einen neurophysiologischen Beleg für die Haltbarkeit von Liebe und Verliebtsein, indem sie die Hirnaktivität von frisch verliebten und zwanzig Jahre verheirateten Personen aufzeichneten, während sie Bilder von ihren Partnern betrachteten.
Aus früheren Forschungen mit frisch verheirateten Paaren weiß man, dass das Ventrale Tegmentum, eine Region im Mittelhirn, für Verliebtsein und leidenschaftliche Zuneigung verantwortlich ist. Genau diese Region wurde in der Studie von Acedvedo und Sadock aktiv, als die Probanden ihre Partner sahen. Und zwar sowohl bei den frisch Verliebten, als auch bei den länger Verliebten.
Unterschiede gab es jedoch auch: Bei den frisch Verliebten waren zusätzlich Regionen aktiver, die mit Obsession und Angst verbunden sind. Bei den länger verliebten Paaren zeigten solche Areale eine höhere Aktivität, die mit Wohlbefinden assoziiert sind.
Eine längerfristige erfüllte Partnerschaft ist also dafür verantwortlich, dass wir uns zugehörig, aufgehoben, einfach gut fühlen. Diese Gefühle übertragen sich auf beinahe jeden Lebensbereich. Dr. Acedvedo ist der Überzeugung: 'Eine erfüllte Partnerschaft hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit.'
Ihre Kollegin Dr. Saddock ergänzt: 'Romantische Liebe in längerfristigen Partnerschaften gibt es definitiv. Aber sie setzt Beziehungsarbeit voraus.' Weiter meint sie: Das Wohlbefinden, das aus einer erfüllten Partnerschaft erwächst, muss deshalb nicht jeden Tag neu erfunden werden. Es ist eigentlich immer vorhanden: 'Selbst wenn die Anfangseuphorie vorbei ist, bleibt die Freude und der Genuss, zu lieben.' Sofern die Partnerschaft gepflegt wird.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Bianca Acevedo, Ph.D., postdoctoral researcher, University of California, Santa Barbara; Virginia Sadock, M.D., professor, psychiatry, and director, program in human sexuality and sex therapy, New York University Langone Medical Center, New York City; March 2009, Review in General Psychology
Donnerstag, 2. April 2009
Wie steigern Sie eigentlich Ihre Intelligenz?
Teil 4: Intelligenz und Reichtum

Im Matthäus-Evangelium steht geschrieben: 'Wer hat, dem wird gegeben.' Wie verhält es sich demgemäß eigentlich mit geistiger Kompetenz und materiellem Besitz? Prototypisch taucht bei dieser Überlegung sofort der 'smarte Geschäftsmann' auf, der mit Verstand, Witz und Logik den Erfolg anzieht. Unsere Alltags-Erfahrung lehrt uns aber auch: 'Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln.' Und sofort taucht ein anderes Klischee auf: Der eigentlich total untalentierte DSDS-Versager, der sich doch irgendwie zu Erfolg und Besitz windet. Es ist ihm sozusagen in den Schoß gefallen.
Psycho-Ökonomische Forschung der letzten Jahre löst nun wie so oft unsere Vorurteile und Stereotypen in Wohlgefallen auf. Bitte festhalten, die Wahrheit lautet: Reichtum hat nichts mit dem IQ zu tun.
Der Wirtschaftswissenschaftler Jay Zagorsky hat Intelligenz, Einkommensverhältnisse sowie finanzielles und materielles Eigentum (Reichtum) von 7.403 Personen erhoben, die sich in den 40ern, also allgemein auf dem Höhepunkt ihres geistigen und materiellen Besitzes befinden.
Zunächst schienen die Daten das Matthäus-Evangelium zu bestätigen: Mit jedem IQ-Punkt stieg das durchschnittliche Einkommen pro Jahr zwischen 202$ und 616$ an. Dann allerdings verglich Zagorsky den IQ mit dem tatsächlichen Reichtum und der Wahrscheinlichkeit, in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen: Er fand keinerlei Unterschiede mehr zwischen weniger intelligenten, durchschnittlich intelligenten und hoch intelligenten Menschen.
'Nur weil Sie smart sind, bedeutet das nicht, dass Sie gegen finanzielle Schwierigkeiten immun sind. Von den klügsten Menschen [IQ über 125] haben 6% ihre Kreditkarte überzogen und 11% vergessen gelegentlich, ihre Rechnungen zu zahlen' meint Zagorsky. Und weiter: 'Professoren sind in der Regel sehr kluge Leute. Aber schauen SIe doch einmal auf einen Universitätsparkplatz. Sie werden nicht viele Rolls Royces, Porsches oder andere teure Autos sehen. Vielmehr gibt es dort eine ganze Menge alter Karren.'
Nach Zagorsky trifft also bei Intelligenz und Reichtum weder das Matthäus-Prinzip, noch unsere sprichwörtliche Alltagserfahrung zu. Die Wahrheit sei statt dessen:
'Intelligenz ist kein Faktor, der Reichtum erklären kann. Die mit niedriger Intelligenz sollten nicht glauben, dass sie ein Handicap haben. Und die mit hoher Intelligenz sollten nicht glauben, dass sie einen Vorteil haben.'
Und dann ist materieller Reichtum bekanntlich nicht das Einzige: Der amerikanische Glücksforscher Tal Ben-Shahar bezeichnet Glück als die eigentlich grundlegende Währung.
Wie Sie selbst ihr Glück durch Reichtum am besten vermehren können, lesen Sie in unserem Blog-Beitrag vom 3.März.09.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle:
http://researchnews.osu.edu/archive/intlwlth.htm

Im Matthäus-Evangelium steht geschrieben: 'Wer hat, dem wird gegeben.' Wie verhält es sich demgemäß eigentlich mit geistiger Kompetenz und materiellem Besitz? Prototypisch taucht bei dieser Überlegung sofort der 'smarte Geschäftsmann' auf, der mit Verstand, Witz und Logik den Erfolg anzieht. Unsere Alltags-Erfahrung lehrt uns aber auch: 'Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln.' Und sofort taucht ein anderes Klischee auf: Der eigentlich total untalentierte DSDS-Versager, der sich doch irgendwie zu Erfolg und Besitz windet. Es ist ihm sozusagen in den Schoß gefallen.
Psycho-Ökonomische Forschung der letzten Jahre löst nun wie so oft unsere Vorurteile und Stereotypen in Wohlgefallen auf. Bitte festhalten, die Wahrheit lautet: Reichtum hat nichts mit dem IQ zu tun.
Der Wirtschaftswissenschaftler Jay Zagorsky hat Intelligenz, Einkommensverhältnisse sowie finanzielles und materielles Eigentum (Reichtum) von 7.403 Personen erhoben, die sich in den 40ern, also allgemein auf dem Höhepunkt ihres geistigen und materiellen Besitzes befinden.
Zunächst schienen die Daten das Matthäus-Evangelium zu bestätigen: Mit jedem IQ-Punkt stieg das durchschnittliche Einkommen pro Jahr zwischen 202$ und 616$ an. Dann allerdings verglich Zagorsky den IQ mit dem tatsächlichen Reichtum und der Wahrscheinlichkeit, in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen: Er fand keinerlei Unterschiede mehr zwischen weniger intelligenten, durchschnittlich intelligenten und hoch intelligenten Menschen.
'Nur weil Sie smart sind, bedeutet das nicht, dass Sie gegen finanzielle Schwierigkeiten immun sind. Von den klügsten Menschen [IQ über 125] haben 6% ihre Kreditkarte überzogen und 11% vergessen gelegentlich, ihre Rechnungen zu zahlen' meint Zagorsky. Und weiter: 'Professoren sind in der Regel sehr kluge Leute. Aber schauen SIe doch einmal auf einen Universitätsparkplatz. Sie werden nicht viele Rolls Royces, Porsches oder andere teure Autos sehen. Vielmehr gibt es dort eine ganze Menge alter Karren.'
Nach Zagorsky trifft also bei Intelligenz und Reichtum weder das Matthäus-Prinzip, noch unsere sprichwörtliche Alltagserfahrung zu. Die Wahrheit sei statt dessen:
'Intelligenz ist kein Faktor, der Reichtum erklären kann. Die mit niedriger Intelligenz sollten nicht glauben, dass sie ein Handicap haben. Und die mit hoher Intelligenz sollten nicht glauben, dass sie einen Vorteil haben.'
Und dann ist materieller Reichtum bekanntlich nicht das Einzige: Der amerikanische Glücksforscher Tal Ben-Shahar bezeichnet Glück als die eigentlich grundlegende Währung.
Wie Sie selbst ihr Glück durch Reichtum am besten vermehren können, lesen Sie in unserem Blog-Beitrag vom 3.März.09.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle:
http://researchnews.osu.edu/archive/intlwlth.htm
Mittwoch, 1. April 2009
Wie steigern Sie eigentlich Ihre Intelligenz?
Teil 3: Fisch macht schlau (kein Aprilscherz).

Im Blog-Beitrag vom 31.1.09 berichteten wir über Intelligenz-Training, z.B. auch via richtiges Essen. Die Intelligenzsprünge bei Wüstenspringmäusen sind in dieser Hinsicht durch Experimente mit der Gattung homo sapiens bestätigt worden.
Forscher der Universität Göteborg untersuchten nicht weniger als 3972 Jugendliche auf ihre Essgewohnheiten und fanden heraus: Fisch macht schlau. Der IQ der Versuchspersonen - alle junge Männer im Alter von 18 - wurde mit ihren Essgewohnheiten im Alter von 15 Jahren verglichen. Diejenigen, die einmal pro Woche Fisch aßen, schnitten im Gegensatz zu ihren fischverschmähenden Altersgenossen um 7 % besser ab. Aßen die Jungen im Alter mehr als einmal pro Woche Fisch, waren sie in IQ-Tests sogar um 12 % besser.
Der Zusammenhang von Intelligenz und Fisch war übrigens unabhängig von sozialen Einflussfaktoren, wie zum Beispiel dem Bildungsstand der Eltern.
Die schwedischen Forscher vermuten, dass Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren für den Schub in der kognitiven Leistungsfähigkeit verantwortlich sind. Diese Stoffe werden bereits bei der Entwicklung im Mutterleib im fötalen Gehirn angereichert und sind mitverantwortlich für die Steuerung der Gehirnentwicklung.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Aberg, M. et al. (2009). Fish Intake of Swedish male adolescents is a predictor of cognitive performance. Acta Paediatrica, 98

Im Blog-Beitrag vom 31.1.09 berichteten wir über Intelligenz-Training, z.B. auch via richtiges Essen. Die Intelligenzsprünge bei Wüstenspringmäusen sind in dieser Hinsicht durch Experimente mit der Gattung homo sapiens bestätigt worden.
Forscher der Universität Göteborg untersuchten nicht weniger als 3972 Jugendliche auf ihre Essgewohnheiten und fanden heraus: Fisch macht schlau. Der IQ der Versuchspersonen - alle junge Männer im Alter von 18 - wurde mit ihren Essgewohnheiten im Alter von 15 Jahren verglichen. Diejenigen, die einmal pro Woche Fisch aßen, schnitten im Gegensatz zu ihren fischverschmähenden Altersgenossen um 7 % besser ab. Aßen die Jungen im Alter mehr als einmal pro Woche Fisch, waren sie in IQ-Tests sogar um 12 % besser.
Der Zusammenhang von Intelligenz und Fisch war übrigens unabhängig von sozialen Einflussfaktoren, wie zum Beispiel dem Bildungsstand der Eltern.
Die schwedischen Forscher vermuten, dass Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren für den Schub in der kognitiven Leistungsfähigkeit verantwortlich sind. Diese Stoffe werden bereits bei der Entwicklung im Mutterleib im fötalen Gehirn angereichert und sind mitverantwortlich für die Steuerung der Gehirnentwicklung.
gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: Aberg, M. et al. (2009). Fish Intake of Swedish male adolescents is a predictor of cognitive performance. Acta Paediatrica, 98
